Aktien Frankfurt Schluss: Dax steigt nach Entspannung im Zollstreit

Optimistischere Töne im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie Aussichten auf ein Ende der Regierungskrise in Italien haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag wieder frischen Schwung gegeben. Der Dax schloss mit einem Plus von 1,18 Prozent bei 11 838,88 Punkten. Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, stieg um 1,14 Prozent auf 25 390,10 Zähler.
29.08.2019 18:01

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann letztlich 1,37 Prozent auf 3411,33 Punkte. In Frankreich rückte der Cac 40 um rund 1,5 Prozent vor. Der Londoner FTSE 100 ging mit plus 1,0 Prozent aus dem Handel. Der Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss rund 1,3 Prozent fester.

Börsianer werteten aktuelle Kommentare aus dem chinesischen Wirtschaftsministerium, man sei in Gesprächen mit der US-Seite, positiv. Einen nur vorübergehenden Dämpfer erhielt der Dax im späten Handel von Aussagen des Chefs der niederländischen Notenbank, Klaas Knot. Demnach gibt es gegenwärtig für die Europäische Zentralbank (EZB) keine Notwendigkeit, die Käufe von Staatsanleihen wieder aufzunehmen. Die Wirtschaft der Eurozone sei nicht so schwach, sagte Knot, der auch im Rat der EZB über die Geldpolitik mitentscheidet.

In Italien ist der Weg frei für eine Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten, nachdem Staatspräsident Sergio Mattarella den bisherigen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt hatte. Damit dürfte die Zusammenarbeit zwischen Italien und der EU wieder harmonischer werden, glaubt Thomas Altmann vom Investmentunternehmen QC Partners.

Aus Branchensicht standen am Donnerstag Bankenwerte im Anlegerfokus. Laut Überlegungen der Bundesregierung sind die Deutsche Bank und die Commerzbank nicht krisenfest für eine Rezession, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Aus diesem Grund könnten Gespräche über einen Zusammenschluss der beiden durchaus wieder auf die Agenda kommen, hiess es. Im April waren Fusionsgespräche zwischen den Instituten geplatzt. Die Aktien der Deutschen Bank endeten mit einem Gewinn von 1,4 Prozent, Commerzbank-Papiere stiegen um 3,1 Prozent.

Um 2,0 Prozent aufwärts ging es für die BASF-Aktien , nachdem sich die Spekulationen um einen Verkauf des Pigmentgeschäfts nach Japan bestätigten. Käufer ist der Feinchemiehersteller Dic. BASF steht wegen der schwachen Konjunktur und des Handelsstreits unter Druck. Die Konkurrenzpapiere von Covestro gewannen 3,3 Prozent an Wert.

Einziger Verlierer im Dax waren die Aktien des Wohnimmobilienkonzerns Vonovia mit minus 1,8 Prozent. Im Zuge der jüngsten Diskussionen um einen Mietendeckel in Berlin hatten die Titel in den vergangenen Tagen Federn gelassen. Eine Mietobergrenze würde die Einnahmen von Vonovia in Berlin im kommenden Jahr um 20 bis 25 Millionen Euro reduzieren, hatte das Unternehmen zuletzt mitgeteilt.

An ihrem ersten Tag im MDax stiegen die Papiere von Cancom um 3,1 Prozent und nahmen wieder Kurs auf ihr Rekordhoch von 55,40 Euro. Die Titel des IT-Dienstleisters rückten für Axel Springer in den Index mittelgrosser Werte auf. Papiere des Immobilienentwicklers Instone Real Estate gaben indes um 3,1 Prozent nach, nachdem sie zuletzt positiv auf die Aufnahme in den SDax reagiert hatten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,70 Prozent am Vortag auf minus 0,69 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 147,09 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,12 Prozent auf 178,91 Punkte nach. Der Euro kostete zuletzt 1,1055 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1072 (Mittwoch: 1,1083) festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9032 (0,9023)Euro gekostet./edh/fba

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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