Aktien Frankfurt Schluss: Dax trotzt Fed-Sorgen um hohe Aktienbewertung

Der Dax hat sich am Donnerstag ungeachtet der Befürchtungen einiger US-Notenbank-Mitglieder über eine Blasenbildung am Aktienmarkt stabil gezeigt. Nach einem schwächeren Handelsauftakt erholte sich der deutsche Leitindex am Nachmittag im Zuge einer freundlichen Wall Street und schloss 0,11 Prozent höher bei 12 230,89 Punkten. Am Mittwoch hatte das Börsenbarometer rund ein halbes Prozent eingebüsst.
06.04.2017 18:13

Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, blieb auf Rekordkurs und gewann 0,42 Prozent auf 24 110,53 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büsste hingegen 0,36 Prozent auf 2034,42 Punkte ein. Mitverantwortlich dafür war, dass die Papiere des Telekomanbieters Freenet und des Solartechnik-Spezialisten SMA Solar wegen Verkaufsempfehlungen von Analysten deutlich unter Druck geraten waren.

Marktexperte Jens Klatt bezeichnete das am Mittwochabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed als "faustdicke Überraschung". Mehrere Fed-Mitglieder hätten sich besorgt über die hohe Bewertung des Aktienmarktes gezeigt und auf die Gefahr einer Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten verwiesen, sollte es zu einer deutlicheren Korrekturbewegung an den Börsen kommen. "Die Deutlichkeit, mit welcher sich die Fed hier äussert, ist schon etwas beängstigend", sagte Klatt. Zudem deuteten die US-Währungshüter an, ihr gigantisches Wertpapier-Kaufprogramm alsbald zurückfahren zu wollen.

FRAPORT AUF REKORDHOCH

Unter den Einzelwerten im Dax waren die Versorgerwerte RWE und Eon mit Gewinnen von 1,0 beziehungsweise 0,7 Prozent besonders gefragt. Ganz unten im Dax-Tableau waren die Anteilscheine des Industriekonzerns Thyssenkrupp (minus 0,5 Prozent) und der Commerzbank (minus 0,8 Prozent) zu finden.

Die Papiere des Flughafenbetreibers Fraport setzten ihre jüngste Rally fort und stiegen im Verlauf auf ein Rekordhoch von 70,06 Euro. Letztlich gewannen sie 4,37 Prozent auf 69,56 Euro und waren damit Spitzenreiter im MDax . Fraport hatte Mitte März mit den Geschäftszahlen für 2016 und dem Ausblick aufs laufende Jahr für Eindruck unter den Anlegern und Analysten gesorgt. Am Donnerstag äusserte sich auch die französische Bank Societe Generale positiv zu den Papieren.

S&T AUF 13-JAHRESHOCH

Die Aktien von Gerresheimer gehörten mit einem Kursrutsch von 5,4 Prozent zu den grössten Verlierern. Der Verpackungsspezialist war vor allem wegen Problemen in den USA schwach ins Geschäftsjahr gestartet.

Mit Begeisterung nahmen die Anleger die Geschäftszahlen und -aussichten des österreichischen Technologie-Unternehmens S&T auf. Die Aktien schnellten zeitweise bis auf 11,875 Euro nach oben, den höchsten Stand seit Juni 2004. Zu Handelsschluss legten sie um 8,5 Prozent auf 11,70 Euro und waren damit Top-Wert im TecDax. S&T will nach einem Umsatz- und Gewinnplus 2016 mit der geplanten Komplettübernahme des deutschen Computerbauers Kontron im laufenden Jahr noch kräftiger zulegen.

EUROKURS ETWAS SCHWÄCHER

An den übrigen europäischen Börsen gab es am Donnerstag kein einheitliches Bild. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,49 Prozent auf 3489,57 Punkte vor. Der Pariser CAC-40-Index gewann rund 0,6 Prozent, während der Londoner FTSE-Index um rund 0,4 Prozent sank. In den USA notierte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss rund 0,3 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 142,35 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,12 Prozent auf 162,37 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro notierte mit einem leichten Minus bei zuletzt 1,0649 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0666 Dollar festgesetzt./edh/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)