Aktien Frankfurt Schluss: Dax tut sich weiter schwer

Mangels frischer Impulse ist der Dax am Dienstag weiterhin nicht in Tritt gekommen. In einem weltweit zögerlichen Marktumfeld ging der Leitindex bei 11'966,14 Punkten aus dem Handel. Nach zuletzt drei Tagen mit roten Vorzeichen brachte er damit aber immerhin ein kleines Plus von 0,06 Prozent über die Ziellinie.
07.03.2017 18:07

Laut Marktanalyst Mike van Dulken von Accendo Markets blieben die Anleger angesichts der stockenden Wall Street, einer sich abzeichnenden US-Leitzinserhöhung und politischer Risiken vorsichtig. Nach dem Fall unter die Marke von 12'000 Punkten am Vortag scheine es aber, als ob der Dax bei 11'950 Punkten Unterstützung erhalte.

In der zweiten Börsenreihe war die Tendenz unterschiedlich. Belastet von Kursverlusten bei den Brenntag-Aktien gaben die mittelgrossen Werte im MDax um 0,47 Prozent auf 23'272,72 Punkte nach. Besser schlugen sich die Technologiewerte im TecDax, der um 0,59 Prozent auf 1'941,93 Punkte stieg und seinen höchsten Stand seit 2001 erreichte.

VONOVIA-KURS SCHWANKT

Aus dem Dax berichtete am Dienstag der Immobilienkonzern Vonovia über die jüngste Geschäftsentwicklung. Mit der Einordnung der Zahlen taten sich Börsianer aber schwer, wie der schwankende Aktienkurs zeigte. Zeitweise im Plus, schloss sie in einem negativen Branchenumfeld 0,84 Prozent tiefer, obwohl die Resultate von Experten letztlich als "solide" gewertet wurden.

Gefragt waren dagegen Autowerte, die anlässlich des Genfer Autosalons die Aufmerksamkeit auf sich zogen. An der Dax-Spitze gewannen die Anteile des Zulieferers und Reifenherstellers Continental sowie der beiden Autobauer Daimler und Volkswagen zwischen 0,66 und 0,86 Prozent.

DEUTSCHE BANK WEITER SCHWACH

Die Aktien der Deutschen Bank setzten ihren Negativtrend mit einem Minus von 1,79 Prozent fort, nachdem sie am Vortag wegen einer beschlossenen Kapitalerhöhung bereits um fast 8 Prozent abgerutscht waren.

"Die erneuten Kursverluste deuten darauf hin, dass Investoren sich die Frage stellen, ob 8 Milliarden Euro genug sind, um die Bank auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Denn gleichzeitig sorge die EZB mit ihrer Geldpolitik dafür, dass die Zinsen auf bedrohlich tiefem Niveau verharrten.

BRENNTAG AM MDAX-ENDE

Im MDax standen die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag mit einem Minus von fast 4 Prozent auf dem letzten Platz. Angesichts durchwachsener Geschäftszahlen machten hier einige Anleger Kasse, nachdem die Papiere in den vergangenen Monaten gut gelaufen waren. Bei einem "nur begrenzten Wachstum aus eigener Kraft" attestierte Nils-Peter Gehrmann von der Privatbank Hauck & Aufhäuser den Titeln eine mittlerweile anspruchsvolle Bewertung.

Im TecDax gab ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm den Aktien der Software AG Auftrieb. Sie gewannen fast 3 Prozent, wurden aber übertrumpft von Evotec mit mehr als 5 Prozent Plus. Ein Händler begründete den Aufschlag bei der Biotech-Aktie mit einer anhaltend guten Stimmung, andere verwiesen auf einen optimistischen Kommentar des britischen Analysehauses Edison.

ZAHLEN AUS DEM SDAX

Aus dem Kleinwerte-Index SDax gewährten drei weitere Unternehmen Einblicke in ihre Bücher. Titel des Waggonvermieters VTG sackten als schwächster Index-Wert um rund 4 Prozent ab, während es für die Aktien des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus und des Saatgutherstellers KWS Saat um 1,25 beziehungsweise 1,76 Prozent nach oben ging.

Ähnlich verhalten wie beim Dax ging es auch an den übrigen europäischen Handelsplätzen zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,07 Prozent nach, in Paris und London waren die Vorzeichen moderat rot. In New York machte sich vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag ebenfalls Zurückhaltung breit: der Leitindex Dow Jones Industrial lag dort zuletzt knapp mit 0,12 Prozent im Minus.

EUROKURS LEICHT GEFALLEN

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,08 Prozent am Vortag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf 142,58 Punkte. Der richtungweisende Bund Future (März-Kontrakt) gewann 0,15 Prozent auf 164,45 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0580 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0576 (Montag: 1,0592) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9455 (0,9441) Euro./tih/he

(AWP)