Aktien Frankfurt Schluss: Dax weiter erholt und über 12'000 Punkten

Der Dax hat am Donnerstag an seine Vortages-Erholung angeknüpft und sich problemlos über der Marke von 12 000 Punkten gehalten. Mit einem Plus von 0,44 Prozent stand der deutsche Leitindex zum Handelsende bei 12'055,84 Punkten, nachdem es in der Spitze bis auf 12'115,55 Zähler hoch gegangen war. Im Monat August verbuchte der Dax gleichwohl ein Minus von einem guten halben Prozent.
31.08.2017 18:23

Geopolitische Sorgen wegen Nordkorea gerieten gerade wieder etwas in den Hintergrund und jüngste Konjunkturdaten aus China, der Eurozone und den USA seien meist erfreulich ausgefallen, kommentierte Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets die wieder etwas gestiegene Risikobereitschaft der Investoren. Experte David Madden von CMC Markets UK mahnte jedoch, dass einige Händler die zuletzt positiven Kursentwicklungen der wichtigsten europäischen Aktien-Indizes anscheinend nur als kurze Erholung in einem insgesamt breiteren Abwärtstrend sähen.

Für den MDax der Aktien mittelgrosser deutscher Unternehmen ging es am Donnerstag um 0,58 Prozent auf 24'674,11 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann sogar 1,46 Prozent auf 2'292,62 Punkte.

EURO-SCHUBKRAFT LÄSST ETWAS NACH

Über weite Strecken hatte der Dax vor allem vom zunächst weiter sinkenden Eurokurs profitiert. Eine schwächere Gemeinschaftswährung kann die Exportchancen von Unternehmen aus der Eurozone erhöhen. Der Eurokurs holte am Nachmittag aber wieder auf und lag zuletzt bei 1,1892 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1825 (Mittwoch: 1,1916) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8457 (0,8392) Euro.

Im Fokus stand die Einzelhandelsbranche mit Geschäftszahlen von Metro, Ceconomy, Fielmann und Steinhoff. Die Papiere des Lebensmittelhändlers Metro sackten um 2,06 Prozent ab. Die Zahlen kamen eigentlich ganz gut an, aber ein enttäuschender Halbjahresbericht vom französischen Konkurrenten Carrefour mit sehr zurückhaltenden Aussagen zur weiteren Entwicklung zog die Metro-Anteile mit nach unten. Für das Geschäftsjahr 2016/17 zeichne sich zudem ein deutlich negativeres Finanzergebnis ab als bisher von ihm erwartet, schrieb Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank.

CECONOMY, FIELMANN UND STEINHOFF IM PLUS

Die Aktien des Elektronikhändlers Ceconomy legten indes um 3,16 Prozent zu. Beide Unternehmen - Metro mit dem Lebensmittel- und Ceconomy mit dem Elektronikgeschäft - waren aus der Aufspaltung des Handelskonzerns Metro hervorgegangen, dessen Namen der Lebensmittelhändler nun fortführt. Ceconomy hatte im dritten Geschäftsquartal dank eines guten Onlinegeschäfts den Umsatz gesteigert und den operativen Verlust eingedämmt.

Die Fielmann-Titel rückten um 0,91 Prozent vor. Die Optikerkette hatte im zweiten Quartal von der Eröffnung neuer Filialen profitiert. Die Aktien von Steinhoff gewannen 2,17 Prozent. Der deutsch-südafrikanische Möbelkonzern hatte in den ersten neun Monaten des Jahres vor allem dank Übernahmen seinen Umsatz um fast die Hälfte gesteigert. Das aktuelle Kursplus lindert die Folgen des Kursbebens vor wenigen Tagen, als infolge staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen die Steinhoff-Papiere zeitweise im zweistelligen Prozentbereich eingeknickt waren.

Beim Baustoffkonzern HeidelbergCement überwiegen der Citigroup zufolge die Chancen inzwischen die Risiken. Analyst Ephrem Ravi empfahl die Aktien nun zum Kauf. Im Dax gewannen sie 2,30 Prozent. Besser waren nur noch die Papiere der Lufthansa mit plus 3,56 Prozent.

ZEITUNGSBERICHT BELASTET LEONI

Für die Anteile des Autozulieferers und Kabelherstellers Leoni ging es am MDax-Ende nach einem 'FAZ'-Bericht über zu wenig entrichtete Lizenzgebühren an IT-Unternehmen um 4,42 Prozent runter.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,52 Prozent auf 3421,47 Punkte. Der Pariser CAC-40 und der Londoner FTSE 100 schlossen ebenfalls mit Aufschlägen. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial stand zum Handelsschluss in Europa moderat im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,12 Prozent am Vortag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 141,85 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,03 Prozent auf 165,14 Punkte nach./ajx/he

(AWP)