Aktien Frankfurt Schluss: Dax weiterhin im Vorwärtsgang

Die wichtigsten deutschen Aktienwerte haben sich auch am Donnerstag in guter Verfassung gezeigt. Nach der am Vortag wieder aufgeflammten "Trump-Rally" zeigte sich der Dax aber nicht mehr ganz so dynamisch. Am Ende legte der deutsche Leitindex um 0,36 Prozent auf 11 848,63 Punkte zu. Börsianern zufolge war ihm im Tagesverlauf bei annähernd 11 900 Punkten erst einmal die Puste ausgegangen.
26.01.2017 18:02

Auch die US-Börsen hatten am Donnerstag insgesamt etwas an Fahrt verloren, nachdem die Hoffnung auf eine unter Donald Trump gestärkte US-Wirtschaft den Leitindex Dow Jones Industrial am Vortag noch mühelos über die historische Hürde von 20 000 Punkten springen liess. Mit einem zuletzt moderaten Plus erreichte dieser aber immerhin erneut einen Rekordstand.

MDAX ERNEUT MIT REKORD

Eine Bestmarke gab es auch am breiteren deutschen Markt: Der MDax stieg früh bis auf 22 944 Punkte. Am Ende verbuchte der Index mittelgrosser Werte aber nur noch einen knappen Gewinn von 0,07 Prozent auf 22 861,96 Zähler. Die Technologiewerte im TecDax setzten ihre Rally jedoch mit einem klaren Aufschlag von 0,66 Prozent auf 1859,65 Punkte fort.

Vorausschauend trauen die Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index Radar den US-Märkten zwar etwas mehr zu als dem Dax. Das bisherige Rekordhoch bei 12 390 Punkten aus dem April 2015 sehen sie aber durchaus als maximal realisierbares Ziel für eine kurz- bis mittelfristige Rally an. Spätestens dann würde der deutsche Leitindex aber in eine starke Überhitzung steuern, so die Experten.

RICHTERSPRUCH STÜTZT FMC - INFINEON AUF 15-JAHRESHOCH

Im Dax gehörten die Papiere des Dialysespezialisten FMC mit einem Aufschlag von knapp 2 Prozent zur Spitzengruppe. Sie profitierten Börsianern zufolge von einem juristischen Etappensieg in den USA. Ein US-Gericht hatte eine potenziell nachteilige Neuregelung zur Behandlung von Dialyse-Patienten vorerst auf Eis gelegt.

Zum Spitzenreiter im Dax mauserten sich am Ende aber die Papiere von Bayer . Mit einem Aufschlag von knapp über 2 Prozent und 106,45 Euro kosteten sie soviel wie seit April 2016 nicht mehr. Börsianer verwiesen darauf, dass Bernstein-Analyst Jeremy Redenius die Chance für einen erfolgreichen Abschluss der geplanten Fusion mit Monsanto nunmehr bei 75 Prozent anstelle der bisher veranschlagten 50 Prozent sieht.

Gute Nachrichten aus der Chipbranche trieben die Papiere von Infineon mit in der Spitze 17,245 Euro auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Am Ende rückten sie noch um 0,80 Prozent auf 16,995 Euro vor, nachdem sich STMicroelectronics als jüngstes Glied in eine Serie guter Branchenzahlen und optimistischer Ausblicke eingereiht hatte.

SCHWANKUNGEN BEI SOFTWARE AG

Im MDax fielen die Aktien von K+S negativ auf. Nahe 25 Euro erreichten sie früh den höchsten Stand seit über einem Jahr, bevor es dann laut Händlern zu Gewinnmitnahmen kam. Verstärkt wurde die Abwärtsdynamik dann mit schwachen Branchenzahlen des kanadischen Konkurrenten Potash. Mit minus 3,38 Prozent und 23,99 Euro waren die Papiere am Ende das Schlusslicht unter den mittelgrossen Werten.

Unternehmensbilanzen kamen am Donnerstag von der im TecDax notierten Software AG . Nach einem frühen Kursrutsch gingen die Papiere am Ende kaum unverändert aus dem Handel. Laut Knut Woller von der Baader Bank hatten die Resultate sowohl für Optimisten als auch Pessimisten etwas zu bieten. Aktien des Indexkollegen SMA Solar lagen dagegen mit 0,66 Prozent im Minus. Nicht gut an kam am Markt der Ausblick des Solartechnik-Herstellers.

EUROKURS UNTER 1,07 DOLLAR

Europaweit flaute die Stimmung am Donnerstag etwas ab: Im Gegensatz zum stabilen Dax beendete der EuroStoxx 50 den Tag 0,21 Prozent tiefer bei 3319,13 Punkten. Auch andere Länderbörsen in Europa hinkten dem deutschen Aktienmarkt etwas hinterher: Der französische Cac 40 gab moderat nach, während sich der britische FTSE 100 nur wenig von der Stelle bewegte.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,19 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 141,26 Punkte, während der Bund Future um 0,05 Prozent auf 161,51 Punkte nachgab. Der Kurs des Euro fiel unter die Marke von 1,07 US-Dollar. Zuletzt wurden 1,0665 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0700 (Mittwoch: 1,0743) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9346 (0,9308) Euro./tih/he

(AWP)