Aktien Frankfurt Schluss: Dax wieder unter 10'000 Punkten

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Dienstag wieder unter 10'000 Punkten geschlossen. Die Anleger nahmen nach einem zuletzt guten Lauf Gewinne mit. Auf dem zuletzt erreichten Niveau habe das Kaufinteresse nachgelassen, schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar.
19.07.2016 18:07

Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 0,81 Prozent im Minus bei 9'981,24 Punkten. Damit blieb er immerhin etwas über seinem am Mittag erreichten Tagestief. An den beiden vergangenen Tagen hatte sich der Dax unter dem Strich kaum vom Fleck bewegt und mit der charttechnisch bedeutsamen 200-Tage-Linie gerungen, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt. In der Vorwoche war das Börsenbarometer noch kräftig gestiegen und hatte seinen Kurseinbruch nach dem Brexit-Votum fast komplett wettgemacht.

MDAX IM PLUS

Der MDax der mittelgrossen Konzerne ging am Dienstag hingegen 0,48 Prozent fester bei 20'727,24 Punkten aus dem Handel - ihm half der Kurssprung bei Zalando. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,28 Prozent auf 1'639,65 Punkte nach unten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,61 Prozent auf 2'931,10 Punkte. Der Pariser CAC-40-Index gab ebenfalls nach, während der Londoner FTSE 100 ein minimales Plus ins Ziel rettete. In New York kam der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende kaum von der Stelle.

KURSFEUERWERK BEI ZALANDO

Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte deutliche Eintrübung der Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten nach dem Brexit-Votum liess die Anleger kalt. Auch die gesenkten Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Weltwirtschaft hatten keinen erkennbaren Einfluss auf die Aktienkurse.

Ansonsten ging die Berichtssaison in eine neue Runde. Dabei ragte Zalando positiv heraus: Der Online-Modehändler erhöhte nach einem überraschend starken zweiten Quartal die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Die Anleger zeigten sich begeistert und sorgten für ein Kursfeuerwerk: Die Papiere schnellten an der MDax-Spitze um knapp 22 Prozent nach oben.

ANLEGER BEGRÜSSEN KAPITALERHÖHUNG BEI KION

Zweitbester Indexwert waren die Aktien des Gabelstapler-Herstellers Kion mit plus 5,22 Prozent. Das Unternehmen sicherte sich per Kapitalerhöhung eine knappe halbe Milliarde Euro für die Übernahme des US-Konzerns Dematic. Börsianern zufolge erzielte Kion einen guten Preis für seine Anteilsscheine. Die Papiere von Konkurrent Jungheinrich gewannen 2,69 Prozent.

Zu den Verlierern gehörten hingegen die Anteilsscheine von K+S, die 1,99 Prozent einbüssten. Dem Dünger- und Salzhersteller droht nach einem Vorfall in der kanadischen Legacy-Mine ein späterer Produktionsstart.

DEUTSCHE BANK DAX-SCHLUSSLICHT

Am Dax-Ende verloren die zuletzt gut gelaufenen Papiere der Deutschen Bank 2,74 Prozent - daran änderten auch ordentliche Quartalszahlen von US-Konkurrent Goldman Sachs nichts. Bayer-Titel sanken um 1,21 Prozent, nachdem der US-Saatgutkonzern Monsanto auch das auf 125 US-Dollar je Aktie angehobene Übernahmeangebot des deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzerns als zu niedrig abgelehnt hatte. Analysten gehen davon aus, dass sich die Türen wohl ab rund 130 Dollar öffnen könnten.

An der TecDax-Spitze bescherte eine Prognoseanhebung den Papieren des Biotech-Unternehmens Evotec ein Plus von 5,54 Prozent. Angesichts eines rentableren Geschäfts und positiver Aussichten soll der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn nun mehr als doppelt so hoch ausfallen wie im Vorjahr.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,18 Prozent am Montag auf minus 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 144,02 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,07 Prozent auf 166,58 Punkte. Der Eurokurs sank auf 1,1014 Dollar. Davor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1035 (Montag: 1,1053) US-Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9062 (0,9047) Euro./gl/he

(AWP)