Aktien Frankfurt Schluss: Dax zeigt Ermüdungserscheinungen

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag von seiner mehrtägigen Gewinnserie verabschiedet und ist moderat zurückgefallen. Technologiewerte verzeichneten dabei durchschnittlich höhere Verluste. Händlern zufolge fehlen derzeit frische Impulse am Markt. Zudem dämpfte ein höherer Eurokurs die Kauflust der Anleger. Positive Aussagen der US-Notenbank zur heimischen Konjunktur bewegten die Börse kaum, obwohl die Fed die Tür für eine baldige Zinserhöhung offen gelassen hatte.
28.07.2016 18:06

Nach einem Anstieg im frühen Handel verliess den Dax die Kraft. Letztlich sank der deutsche Leitindex um 0,43 Prozent auf 10'274,93 Punkte. In der Spitze war er bis auf 10'381 Punkte geklettert und hatte damit erneut für kurze Zeit seinen Höchststand am Tag vor der Ergebnisverkündung des Brexit-Referendums übertroffen.

Der MDax als Index der mittelgrossen deutschen Unternehmen schloss mit einem Minus von 0,61 Prozent bei 21'088,49 Punkten. Das Technologiewerte-Barometer TecDax verlor 0,75 Prozent auf 1'703,27 Zähler.

Die Fed hatte am Vorabend ihre Geldpolitik unverändert gelassen und keine klaren Hinweise zum genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gegeben. Nun richten sich alle Augen auf die Bank of Japan, deren zweitägige Sitzung am Freitag endet. Es wird mit weiteren Konjunkturhilfen gerechnet.

ADIDAS AN DAX-SPITZE - WEITER AUF REKORDKURS

Unterdessen setzte sich die Quartalsberichtssaison mit einigen grossen Unternehmen fort. So setzten die Adidas-Aktien an der Dax-Spitze ihre Rekordrally mit einem Gewinn von mehr als zweieinhalb Prozent fort. Zeitweise waren sie bis auf 147,95 Euro gestiegen, nachdem der Sportartikelhersteller mit einer weiteren Prognoseerhöhung erneut ein Ausrufezeichen gesetzt hatte. Zudem gab es positive Studien von Analysten.

Eine weiterhin schlechte Auftragslage im Anlagenbau verbunden mit einem vagen Ausblick brockte den Aktien von Linde ein Minus von 1,60 Prozent ein.

Grösstes Sorgenkind im Dax blieben aber die Aktien der Deutschen Bank. Am dritten schwachen Tag in Folge rutschten die Papiere der Grossbank um 4,30 Prozent ab und notierten damit wieder unter 12 Euro. Damit waren sie wieder einmal Tagesverlierer im Dax. Nach den Quartalszahlen vom Vortag halten die Sorgen um das Kapitalpolster der Bank an.

JUNGHEINRICH SEHR SCHWACH NACH ABSTUFUNG

Den Anteilsscheinen des Gabelstapler-Produzenten Jungheinrich machte eine Abstufung durch die Analysten der Deutschen Bank zu schaffen. Sie verloren am MDax-Ende mehr als 5 Prozent.

Die Titel des auf die Finanzbranche spezialisierten IT-Dienstleisters GFT Technologies gewannen nach einer Kaufempfehlung der UBS an der TecDax-Spitze fast 7 Prozent.

DIALOG KAPPT UMSATZZIEL

Die Papiere von Dialog Semiconductor straften die Anleger hingegen mit einem Minus von gut 3 Prozent ab. Der Apple-Chipzulieferer hatte seine Umsatzprognose wegen schwacher Smartphone-Verkäufe gesenkt.

Für Süss Microtec ging es mit einem Abschlag von fast 10 Prozent noch deutlicher nach unten. Grund dafür waren trübere Aussichten für den Auftragseingang.

EUROKURS KNAPP UNTER 1,11 US-DOLLAR

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit einem Minus von 1,11 Prozent bei 2966,10 Punkten. Die Leitindizes in London und Paris verbuchten Abgaben zwischen 0,4 und 0,6 Prozent. Der Dow-Jones-Leitindex in New York notierte zum Handelsschluss in Europa 0,40 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,19 Prozent am Vortag auf minus 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,12 Prozent auf 144,18 Punkte zu. Der Bund-Future sank um 0,22 Prozent auf 167,23 Punkte. Der Eurokurs stieg zeitweise über die Marke von 1,11 US-Dollar, notierte zuletzt aber wieder knapp darunter. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1090 (Mittwoch: 1,0991) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9017 (0,9098) Euro./edh/he

(AWP)