Aktien Frankfurt Schluss: Erneuter Dow-Rekord sorgt für Dax-Rally

Konjunkturhoffnungen, ein schwacher Euro und der Sprung des US-Börsenbarometers Dow Jones über 21 000 Punkte haben dem Dax am Aschermittwoch zur Rally verholfen. Der deutsche Leitindex überwand erneut die Marke von 12 000 Punkten und erreichte mit plus 1,97 Prozent auf 12067,19 Punkten den höchsten Stand seit April 2015. Im selben Monat, keine zwei Wochen zuvor, hatte der Dax damals bei 12 390,75 Zählern ein Allzeithoch erreicht.
01.03.2017 18:26

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax gewann zur Wochenmitte 1,02 Prozent auf 23 603,91 Punkte. Für den Technologie-Index TecDax ging es um 1,12 Prozent auf 1925,90 Punkte nach oben. Kräftig stiegen die Indizes auch europaweit: Der EuroStoxx beendete den Handel mit plus 2,13 Prozent auf 3390,20 Punkte und der Cac 40 in Paris legte um 2,1 Prozent zu. Kräftige Gewinne an Londons Börse verhalfen dort dem FTSE 100 zu einem Rekordhoch. In den USA stieg der Dow zum Handelsschluss in Europa um mehr als 1 Prozent auf 21 070 Punkte und auch die Nasdaq-Börsen legten zu.

BÖRSEN MIT NEUER LEBENSKRAFT

"Die Lebenskraft ist an die Börsen zurückgekehrt", kommentierte Marktanalyst Neil Wilson von ETX Capital. Gerade einmal drei Wochen, nachdem der Dow die Marke von 20 000 Punkten geknackt habe, sei nun die von 21 000 Punkten übersprungen worden. "Das ist die bislang schnellste Zeit für einen Kursanstieg von 1000 Punkten." Aber anders als während der Dotcom-Blase 1999 finde aktuell eine Umkehrung der Verteilung in den Vermögensklassen statt, und zwar zunehmend weg von Anleihen und hin zu Aktien. Zu verdanken ist dies laut Wilson erneut den Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, diesmal am Dienstag vor dem Kongress. "Die Aussichten auf stärkeres Wachstum, geringere Steuern, mehr Staatsausgaben und höhere Unternehmensergebnisse wirken wie ein magischer Cocktail für Aktien."

Euro, Pfund und Yen gerieten zudem unter Druck, nachdem US-Notenbanker sich zur künftigen Zinspolitik geäussert hatten. John Williams, Fed-Präsident in San Francisco und Vertrauter der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen, etwa sagte, dass eine Leitzinserhöhung noch im März ernsthaft in Erwägung gezogen werden müsse. Händler am Terminmarkt rechnen inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent mit einer Leitzinsanhebung in diesem Monat. Eine schwache Währung kann Unternehmen den Export erleichtern.

Zudem stützte die Aussicht auf weitere Zinsschritte in den USA Bankenwerte. Im Dax hatten entsprechend die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank die Nase vorn mit Gewinnen von 5 beziehungsweise knapp 4 Prozent. Laut Händler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel hoffen Anleger darauf, dass sich die Ertragssituation der Banken im wichtigen Zinsgeschäft hierzulande verbessern könnte.

COVESTRO STARK UNTER DRUCK

Im Blick standen zudem vor allem die Aktien von Covestro , die um 6,71 Prozent auf 66,30 Euro an das Ende des MDax sackten. Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer nutzte das gute Börsenumfeld für den Verkauf von Aktien seiner Kunststofftochter. 22 Millionen Papiere wurden für 66,50 Euro das Stück an institutionelle Investoren veräussert, womit sich der Bayer-Anteil an Covestro auf 53,3 Prozent reduziert hat.

Zu den Spitzenreitern im Index zählten die Anteilsscheine von Rheinmetall mit plus 5,07 Prozent. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Rüstungskonzerns und Autozulieferers für das vierte Quartal hatten die Erwartungen am Markt deutlich übertroffen. Die Aktien der Aareal Bank legten um 5,28 Prozent zu und erholten sich dank positiver Analystenkommentare nun wieder spürbar von ihren kräftigen Verlusten der vergangenen Tage.

An der TecDax-Spitze blieben die Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex auf Erholungskurs und stiegen dank erfreulicher Geschäftszahlen um 4,72 Prozent.

BUND-FUTURE UND EURO SCHWACH

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,04 Prozent am Vortag auf 0,00 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 143,10 Punkte. Der wegweisende Bund-Future büsste 0,60 Prozent auf 164,97 Punkte ein. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0533 (Dienstag: 1,0597) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9494 (0,9437) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)