Aktien Frankfurt Schluss: Erstarkender Euro drückt Dax ins Minus

Der erstarkende Euro hat den Dax am Mittwoch in die Verlustzone gedrückt. Nachdem der deutsche Leitindex lange wenig bewegt um die Marke von 13 000 Punkten gependelt war, rutschte er im späten Handel etwas ab und schloss 0,46 Prozent tiefer bei 12 953,41 Punkten.
25.10.2017 18:02

Marktbeobachter erklärten den Euro-Anstieg mit Meldungen aus Spanien, die möglicherweise auf eine Entspannung im Katalonien-Konflikt hindeuten könnten. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont sagte eine geplante Erklärung im spanischen Senat zu den Unabhängigkeitsbestrebungen seiner Region kurzfristig ab. Eine teure Gemeinschaftswährung verteuert allerdings tendenziell die Exporte deutscher Unternehmen in Länder ausserhalb der Eurozone.

Beim MDax stand zum Schluss ein Kursrückgang von 0,49 Prozent auf 26 009,99 Zähler zu Buche, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,75 Prozent auf 2468,89 Punkte einbüsste.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,53 Prozent auf 3591,46 Punkte. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls nach, und der US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor zum europäischen Handelsende knapp ein halbes Prozent.

Von Unternehmensseite stand die Lufthansa im Fokus. Die Papiere der Fluggesellschaft liessen sich auch von anfänglichen Gewinnmitnahmen nach erwartet starken Quartalszahlen nicht stoppen und setzten ihren Höhenflug seit Jahresbeginn fort: Sie gewannen an der Dax-Spitze letztlich 3,67 Prozent auf 27,145 Euro und näherten sich damit ihrem fast 20 Jahre alten Rekordhoch bei über 28 Euro. Branchenkenner begründeten die Rally mit der von Lufthansa-Chef Carsten Spohr befeuerten Übernahmefantasie um die insolvente Staatslinie Alitalia.

Ceconomy legte im abgelaufenen Geschäftsjahr dank des Onlinebooms weiter zu. Vor allem im deutschsprachigen Raum habe der Elektronikhändler dank neuer Produkte und einer hohen Nachfrage ein exzellentes Wachstum vorweisen können, lobte Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers. Dies sei am Markt so nicht erwartet worden. Ceconomy-Titel gewannen an der MDax-Spitze 5,70 Prozent.

Der Getränkeabfüllanlagenhersteller Krones bestätigte trotz eines schwächeren dritten Quartals seine Jahresziele. Die im Minus gestarteten Aktien schafften es zwischenzeitlich in positives Terrain, standen am Ende aber 0,18 Prozent tiefer bei 109,80 Euro. Erst vor drei Wochen hatten sie mit 121,25 Euro ein Rekordhoch erreicht und dabei das Kursplus seit Jahresbeginn auf fast 40 Prozent ausgebaut.

Die angekündigte Anteilsreduzierung des Stahlkonzerns Salzgitter am Kupferhersteller Aurubis belastete die Aktien beider Unternehmen. Während es für Aurubis um 3,07 Prozent bergab ging, verloren Salzgitter-Titel in einem schwachen Branchenumfeld 1,53 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,27 Prozent am Vortag auf 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 140,98 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,10 Prozent auf 161,04 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,1807 US-Dollar. Davor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs noch auf 1,1785 Dollar festgesetzt./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)