Aktien Frankfurt Schluss: Freundlich - Dax verliert an Schwung

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt ist bei sehr dünnem Handel mit freundlicher Schlusstendenz in die neue Woche gestartet. Der Dax gewann am Montag letztlich 0,50 Prozent auf 10 198,24 Punkte und knüpfte damit an seinen positiven Trend der Vorwoche an. Allerdings hatte der deutsche Leitindex wegen eines schwächeren Auftakts an der Wall Street mehr als die Hälfte seines Gewinns vom Mittag eingebüsst. Auslöser der zuvor deutlichen Gewinne war ein überraschend gutes Geschäftsklima in Deutschland, gemessen am Ifo-Index, gewesen.
25.07.2016 18:10

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen rückte um 0,33 Prozent auf 20 878,95 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,52 Prozent auf 1683,75 Zähler.

IFO-INDEX ÜBERZEUGT AUF GANZER LINIE

Marktbeobachter Jens Klatt verwies auf die aktuelle Sorglosigkeit am Markt. "Das Angstbarometer der Börse, der VDAX-New ist auf Jahressicht auf seine niedrigsten Stände gefallen. Das impliziert, dass die Marktteilnehmer aktuell, wenn überhaupt, sehr wenig für die Absicherung ihrer Positionen zahlen und auf ein negatives Überraschungsmoment kaum vorbereitet sind."

Die Umfrage-Ergebnisse des Ifo-Instituts hatten auf ganzer Linie überzeugt: Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen waren besser ausgefallen als von Volkswirten erwartet. Das vom Institut ermittelte Geschäftsklima gilt als der wichtigste deutsche Konjunkturindikator. "Der Markt glaubt an die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft", kommentierte Experte Niall Delventhal vom Analysehaus DailyFX.

SARTORIUS AUF REKORDKURS

Bevor die Berichtssaison in den kommenden Tagen richtig durchstartet, spendeten die Anleger bereits am Montag dem Labor- und Pharmazulieferer Sartorius Beifall. Nach einer Prognoseanhebung für das Geschäftsjahr 2016 sprangen die im TecDax notierten Vorzugsaktien zeitweise auf ein Rekordhoch von 72,19 Euro. Letztlich gewannen sie als einer der besten Werte in dem Technologie-Barometer 2,74 Prozent auf 70,96 Euro.

Die Papiere des Autozulieferers ElringKlinger erhielten angesichts einer Abstufung durch JPMorgan und Kurszielsenkungen anderer Analysehäuser einen weiteren Dämpfer. Im SDax verloren sie 1,28 Prozent. Bereits am Freitag waren die Anteile um mehr als 13 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen mit einer Gewinnwarnung seine Aktionäre in die Flucht getrieben hatte.

AUTOWERTE AUF ÜBERHOLSPUR

Ansonsten gehörte der Autosektor aber zu den attraktivsten Branchen in Europa. Im vorderen Dax-Feld gewannen die Aktien von Volkswagen , BMW und Daimler jeweils knapp ein Prozent.

Die Anteile der Lufthansa blieben nach einer Abstufung der UBS hingegen unter Druck und büssten 0,29 Prozent ein. Von den günstigeren Treibstoffpreisen bleibe nicht viel bei der Fluggesellschaft hängen, vermutete Analyst Jarrod Castle.

EUROKURS KAUM VERÄNDERT

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging nahezu unverändert mit 2973,22 Punkten aus dem Handel. Der Pariser Cac 40 legte um 0,16 Prozent zu, während der Londoner FTSE 100 0,30 Prozent verlor. In den USA notierte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende gut din halbes Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,04 Prozent auf 143,78 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,14 Prozent nach auf 166,70 Punkte. Der Eurokurs legte nach dem überraschend gut ausgefallenen Ifo-Geschäftsklima zunächst etwas zu, zeigte sich zum Ende des europäischen Handels aber kaum verändert bei 1,0975 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0982 (Freitag: 1,1014) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9106 (0,9079) Euro./edh/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)