Aktien Frankfurt Schluss: Gespannte Ruhe vor US-Zinsentscheidung

Vor den zwei richtungsweisenden Ereignissen der laufenden Woche sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt vorsichtig geblieben. Der Dax schloss am Mittwoch vor der US-Leitzinsentscheidung und ersten Ergebnissen der Wahlen in den Niederlanden 0,18 Prozent höher bei 12'009,87 Punkten. Anders als in den vergangenen Handelstagen behauptete der deutsche Leitindex damit aber immerhin die psychologisch wichtige Marke von 12'000 Punkten bis zum Schluss.
15.03.2017 18:08

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax stieg um 0,39 Prozent auf 23'519,54 Punkte, während es für den Technologiewerte-Index TecDax um 0,05 Prozent auf 1'977,26 Zähler nach unten ging.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,29 Prozent auf 3'409,32 Punkte. Der Pariser CAC-40 und der britische Leitindex FTSE 100 rückten moderat vor.

ANALYST: FOKUS AUF AUSBLICK DER FED

Die US-Notenbank Fed wird um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihre Entscheidung bekanntgeben. Am Markt wird fest mit einer weiteren Leitzins-Anhebung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Alles andere wäre eine grosse Überraschung, schrieb Analyst Kit Juckes von der französischen Bank Societe Generale in einem Marktkommentar. Da die Fed fast schon zu besessen davon sei, die Markterwartungen in puncto Zinspolitik zu steuern, richteten sich die Blicke vor allem auf Hinweise zum weiteren Straffungstempo.

Zudem schauen die Anleger auf die Parlamentswahlen in den Niederlanden, und dabei vor allem auf das Abschneiden der Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders. Die Wahlentscheidung der Niederländer gilt als wegweisender Stimmungstest vor den entscheidenden Abstimmungen in Frankreich und Deutschland. Erste Prognosen werden nicht vor dem Abend erwartet.

EON IM MINUS - UNSICHERHEIT DURCH FEHLENDE KAPITALENTSCHEIDUNGEN

Auf der Unternehmensseite rutschten Eon-Aktien mit einem Minus von rund dreieinhalb Prozent an das Dax-Ende. Der Versorger hatte zwar trotz eines Milliardenverlusts im vergangenen Jahr besser abgeschnitten als befürchtet - dass die Essener aber erst in Kürze über die Aufnahme frischen Kapitals entscheiden wollen, sorgte laut Börsianern für Unsicherheit am Markt. Zudem war der Ausblick auf 2017 laut Branchenexperten gemischt ausgefallen.

Unter Druck gerieten auch die Aktien des Rückversicherers Munich Re nach einem unerwartet vorsichtigen Gewinnausblick für 2017. Das angekündigte weitere Aktienrückkaufprogramm konnte die Börsianer zunächst nicht versöhnen. Die Papiere gaben um mehr als ein halbes Prozent nach.

LUFTHANSA EINIGT SICH MIT COCKPIT

Die Anleger der Lufthansa konnten sich unterdessen über die Einigung der Fluggesellschaft im Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Cockpit freuen. Die Papiere der Kranich-Linie zogen um fast 2 Prozent an und knüpften damit an ihren zuletzt positiven Trend an.

In der zweiten Börsenreihe verteuerten sich die Papiere des Industriedienstleisters Bilfinger nach einem Millionenauftrag aus dem Oman um knapp 4 Prozent. Im MDax waren lediglich die Aktien des Spezialchemiekonzerns Lanxess mit einem Plus von mehr als 4 Prozent besser. Das Unternehmen überzeugte laut Analysten mit den Zahlen für das Schlussquartal 2016 sowie dem Ausblick auf das laufende Jahresviertel.

Eine Anteilsplatzierung durch den Grossaktionär Wacker Chemie belastete im TecDax den Kurs des Halbleiter-Unternehmens Siltronic . Die Papiere verloren fast 7 Prozent, nachdem der Chemiekonzern 21 Prozent der Papiere seiner ehemaligen Tochter versilbert hatte.

EURO WENIG VERÄNDERT VOR FED-ENTSCHEIDUNG

Für einen Euro mussten zuletzt 1,0639 US-Dollar gezahlt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0622 (Dienstag: 1,0631) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9414 (0,9407) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 141,65 Punkte. Der richtungweisende Bund Future gewann 0,33 Prozent auf 160,04 Punkte.

mis/fbr

(AWP)