Aktien Frankfurt Schluss: Gewinne - Zuversicht für Deutsche Bank

FRANKFURT (awp international) - Wieder erwachte Zuversicht in puncto Zukunft der Deutschen Bank hat die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitagnachmittag aufgehellt. Der Dax schloss nach einer Achterbahnfahrt vor dem verlängerten Wochenende mit einem Plus von 1,01 Prozent bei 10'511,02 Punkten. Am Vormittag hatten noch Sorgen über den Zustand der Deutschen Bank das Börsenbarometer um rund 2 Prozent ins Minus gedrückt.
30.09.2016 18:12

Auf Wochensicht bedeutete das ein Minus von 1,09 Prozent; die Bilanz für den September fällt mit einem Verlust von 0,77 Prozent ähnlich aus. Für das abgelaufene dritte Quartal ergibt sich indes mit einem Anstieg um rund achteinhalb Prozent ein freundlicheres Bild.

Der Index der mittelgrossen Werte MDax stieg am Freitag um 0,42 Prozent auf 21'583,98 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,95 Prozent auf 1'802,30 Zähler vor.

DEUTSCHE BANK ERHOLT SICH VON REKORDTIEF

Hintergrund der guten Stimmung am Nachmittag war ein Medienbericht über eine womöglich günstiger als erwartet ausfallende Einigung der Deutschen Bank mit der US-Justiz für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise. Hinzu kamen positive Signale aus der US-Wirtschaft. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt.

Die Aktien der Deutschen Bank erholten sich nach dem Fall auf ein Rekordtief von 9,898 Euro deutlich und gingen letztendlich mit einem Kursgewinn von 6,39 Prozent bei 11,57 Euro aus dem Handel. Sie hatten anfangs unter einem Bericht von Bloomberg gelitten: Bestimmte Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank reduziert, hatte die Nachrichtenagentur am Donnerstagabend unter Berufung auf ein vorliegendes internes Dokument berichtet. Das hatte die Anleger verunsichert.

Die Aktien des Branchenkollegen Commerzbank fielen um mehr als 1 Prozent. Der radikale Konzernumbau, dem unter dem Strich 7300 Stellen zum Opfer fallen sollen, schlägt sich auch im Vorstand nieder: Der langjährige Chef der Mittelstandsparte, Markus Beumer, verlasse das Institut auf eigenen Wunsch Ende Oktober, teilte die Commerzbank mit.

ÜBERNAHMEFANTASIEN STÜTZEN INFINEON UND OSRAM

Der Halbleiterkonzern Infineon war mit einem Kursplus von mehr als 4 Prozent unter den Favoriten im Dax. Börsianer verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge der europäische Konkurrent NXP Semiconductors durch den US-Rivalen Qualcomm geschluckt werden könnte. "Die Branchenkonsolidierung scheint Fahrt aufzunehmen", sagte ein Händler.

Auch bei Osram stützte Übernahmefantasie den Kurs: Die Aktien eroberten mit einem Plus von mehr als 3 Prozent die MDax-Spitze, nachdem das "Handelsblatt" über das Interesse chinesischer Firmen berichtet hatte.

KURS DES EURO ERHOLT SICH

Das Bild an anderen europäischen Börsen hellte sich am Nachmittag ebenfalls auf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann am Ende 0,36 Prozent. In Paris legte der Cac 40 ebenfalls moderat zu. Der britischen Leitindex FTSE 100 verpasste allerdings den Sprung in die Gewinnzone und gab etwas nach.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 144,47 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,09 Prozent auf 165,76 Punkte. Der Eurokurs stieg auf 1,1243 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1161 (Donnerstag: 1,1221) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8960 (0,8912) Euro./mis/he

(AWP)