Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen drücken Dax unter 10400 Punkte

FRANKFURT (awp international) - Der Dax ist am Montag schwer unter die Räder gekommen und wieder unter die Marke von 10 400 Punkten gerutscht. Analyst Mike van Dulken von Accendo Markets verwies auf fortgesetzte Gewinnmitnahmen nach einer starken Vorwoche, nervöse Anleger vor dem TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton sowie schwindende Erwartungen an ein Treffen der Opec-Ölförderländer.
26.09.2016 18:19

Dagegen konnte auch ein starkes Ifo-Geschäftsklima nichts ausrichten: Der deutsche Leitindex knüpfte an seine moderaten Verluste vom Freitag an und beendete den Handel mit minus 2,19 Prozent auf 10 393,71 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. In der vergangenen Woche hatte der Dax noch um knapp dreieinhalb Prozent zugelegt. Zu verdanken war dies den geldpolitischen Beschlüssen der Währungshüter in den USA und Japan gewesen, wodurch Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren weiterhin attraktiver erscheinen.

Der MDax der mittelgrossen deutschen Unternehmen verlor am Montag 1,00 Prozent auf 21 334,09 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gab um 1,20 Prozent auf 1780,48 Zähler nach. Europaweit sah die Lage nicht besser aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit minus 1,86 Prozent bei 2975,88 Punkten und auch in London und Paris gab es deutliche Verluste. In den USA gaben der Leitindex Dow Jones Industrial und auch der Nasdaq-100-Index zum europäischen Handelsschluss um knapp ein Prozent nach.

TV-DUELL TRUMP-CLINTON - GUTES IFO-GESCHÄFTSKLIMA HILFT NICHT

Das erste anstehende TV-Duell zwischen Trump und Clinton könnte Experten zufolge ein entscheidender Faktor für den Wahlausgang in den USA werden. Derzeit liegen die zwei Präsidentschaftskandidaten in Umfragen nahezu gleichauf. Zudem erscheint eine Einigung der Opec-Mitglieder in Algier auf eine Begrenzung der Ölfördermengen nach Einschätzung der Commerzbank unwahrscheinlich.

Derweil hatte sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im September stark verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima war auf den höchsten Stand seit Mai 2014 gestiegen und überraschte die Experten positiv. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Bewertung der aktuellen Lage hatten sich deutlich aufgehellt.

DEUTSCHE BANK AUF REKORDTIEF - ÜBERNAHME BEFLÜGELT LANXESS

Im Dax gab es keine Gewinner. Der Druck auf die Papiere der Deutschen Bank nahm zugleich weiter deutlich zu. Sie sackten um mehr als 7,5 Prozent ab und schlossen bei 10,55 Euro so tief wie noch nie zuvor. Unter Anlegern verstärkte sich die Befürchtung, dass die Bank angesichts der drohenden Strafe wegen Hypothekengeschäften in den USA ihr Kapital erhöhen muss.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten kamen ansonsten vor allem aus dem MDax. Die Lanxess-Aktien eroberten mit einem Plus von etwas mehr als 8 Prozent die Indexspitze und schlossen auf einem 13-Monatshoch. Der Spezialchemiekonzern gab eine 2,4 Milliarden Euro schwere Offerte für den US-Konkurrenten Chemtura bekannt. Experten bewerteten den Schritt unisono als strategisch sinnvoll. Sie lobten, wie unbeirrbar das Management sein Umbauprogramm verfolge - weg von einem rohstoffabhängigen Unternehmen und hin zu profitableren Geschäften.

PROGNOSEN VON STRÖER FINDEN ANKLANG - K+S LEIDEN UNTER EINER STUDIE

Die Ströer-Titel rückten mit einem 3,5-prozentigen Kursaufschlag auf den zweiten Platz im MDax und stoppten so ihre jüngste Talfahrt. Der Aussenwerbe-Spezialist äusserte sich dank gut laufender Geschäfte für 2016 etwas optimistischer als bisher und will 2017 weiter wachsen.

Dagegen schickte eine Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank die K+S-Papiere ans Indexende, wo sie fast 7 Prozent einbüssten. Der Abschwung in der Düngemittelbranche dürfte sich noch länger hinziehen, begründete Analystin Virginie Boucher-Ferte ihre Neubewertung der Aktie.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,22 Prozent am Freitag auf minus 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 144,11 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,28 Prozent auf 165,61 Punkte. Der Eurokurs stieg auf 1,1273 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1262 (Freitag: 1,1214) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8879 (0,8917) Euro./ck/he

(AWP)