Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen nach starker Woche

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Freitag seinem zuletzt guten Lauf Tribut gezollt. Auch die erneuten Rekordstände an der Wall Street reichten nicht für weitere Kursgewinne. Amerikanische Konjunkturdaten wirkten sich per saldo kaum auf die Aktienkurse aus.
15.07.2016 17:59

Der deutsche Leitindex konnte seine Verluste im Tagesverlauf immerhin wettmachen und schloss lediglich 0,01 Prozent tiefer bei 10 066,90 Punkten. Auf Wochensicht verbuchte er ein Plus von gut viereinhalb Prozent. Gegenüber seinem Zwischentief vor anderthalb Wochen legte er sogar um über 7 Prozent zu. Auch den Kursrutsch seit dem Brexit-Votum hat das Börsenbarometer zum grossen Teil wieder aufgeholt. Denn zuletzt waren die Sorgen über die Auswirkungen des britischen Votums für einen EU-Ausstieg etwas in den Hintergrund getreten.

Nach dem starken Anstieg über 10 000 Dax-Punkte seien gerade vor dem Wochenende Gewinnmitnahmen verlockend, sagte Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX. Der MDax der mittelgrossen Werte sank am Freitag um 0,04 Prozent auf 20 554,12 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,51 Prozent auf 1625,66 Punkte abwärts.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,15 Prozent tiefer bei 2958,65 Punkten. In Paris und London fanden die insgesamt wenig veränderten nationalen Indizes keine gemeinsame Richtung. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial zeigte sich zum europäischen Handelsende kaum bewegt.

LUFTHANSA SCHWÄCHELN NACH ANSCHLAG IN NIZZA

Für Lufthansa-Papiere ging es um 0,83 Prozent abwärts. Die Tourismusbranche steht einmal mehr unter dem Eindruck tragischer Ereignisse: Bei einem Anschlag am französischen Nationalfeiertag waren in der südfranzösischen Hafenstadt Nizza mindestens 84 Menschen getötet worden.

Bayer-Aktien legten indes nach zwischenzeitlichen Schwächen letztlich um 0,48 Prozent zu. Der Konzern hatte sein Übernahmeangebot für den Agrarchemiekonzern Monsanto leicht aufgestockt und ist nun bereit, mit 125 US-Dollar je Anteilsschein 3 Dollar mehr als bisher zu zahlen. Angesichts zuletzt eher trister Geschäftszahlen von Monsanto wachse der Druck auf das Management der Amerikaner, schrieb Commerzbank-Analyst Daniel Wendorf. Positiv sei, dass Bayer bei der neuen Offerte Preisdisziplin zeige.

ANALYSTENSTUDIEN TREIBEN IMMOBILIENWERTE UND LEONI AN

Die zuletzt ohnehin gut gelaufenen Papiere deutscher Immobilienunternehmen erhielten durch eine positive Studie der Investmentbank HSBC weiteren Auftrieb. Vonovia-Aktien legten im Dax um 0,83 Prozent zu. Die Papiere der Deutsche Wohnen kletterten nach einer neuen Kaufempfehlung im MDax um 1,26 Prozent. Der deutsche Immobilienmarkt bleibe ein Lichtblick für die Anleger, schrieb Analyst Thomas Martin. Der jüngste Wertanstieg bei den Unternehmensportfolios sei erst der Anfang.

Auch andere Analystenkommentare zeigten Wirkung: So sprangen die Papiere des Autozulieferers Leoni an der MDax-Spitze um 5,43 Prozent hoch. Marc-Rene Tonn von Warburg Research empfahl sie zum Kauf. Der Umbau der Bordnetz-Sparte nehme Formen an. Es sei Zeit, nach vorne zu schauen. Die Papiere des Chemikalienhändlers Brenntag kletterten nach einem positivem Votum der Deutschen Bank um 0,89 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,22 am Vortag auf minus 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 144,00 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,40 Prozent auf 166,09 Punkte. Der Eurokurs sank zuletzt auf 1,1060 US-Dollar. Davor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1128 (Donnerstag: 1,1157) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8986 (0,8963) Euro./gl/he

(AWP)