Aktien Frankfurt Schluss: Holpriger Wochenstart nach jüngstem Höhenflug

FRANKFURT (awp international) - Nach der Kursrally in der vergangenen Woche hat der deutsche Aktienmarkt am Montag den Rückwärtsgang eingelegt. Marktkenner sprachen von einer Konsolidierung auf hohem Niveau mangels frischer Impulse. "Der kleine Rücksetzer zum Wochenstart kommt wenig überraschend; nach den Aufschlägen der letzten fünf Handelstage ist eine kleine Verschnaufpause überfällig", kommentierte Börsenexperte Jens Klatt für JFD Brokers.
12.12.2016 18:03

Der Dax schloss mit einem knappen Minus von 0,12 Prozent bei 11 190,21 Punkten. In der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex noch um mehr als 6 Prozent zugelegt. Der MDax der mittelgrossen Werte verlor 0,28 Prozent auf 21 600,94 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,37 Prozent auf 1746,75 Zähler abwärts.

RWE-AKTIEN PROFITIEREN VON ANALYSTENEMPFEHLUNG

Auf Unternehmensseite führten die Papiere des Versorgers RWE nach einer Kaufempfehlung der Credit Suisse die Gewinnerliste an. Sie verteuerten sich um 3,39 Prozent. Analyst Vincent Gilles zeigte sich erstmals seit vier Jahren wieder positiv gestimmt für mitteleuropäische Stromerzeuger und hob seine Strompreisprognose an.

Der zuletzt stark gestiegene Ölpreis setzte insbesondere den Aktien der Lufthansa zu, da deren Geschäft durch teureren Treibstoff kostspieliger wird. Zudem wurden die Titel der Fluggesellschaft von Aussagen von Ryanair-Chef Michael O'Leary belastet, der für den Billigflieger im kommenden Jahr Preissenkungen ankündigte. Lufthansa-Aktien gaben am Dax-Ende um 1,85 Prozent nach.

Keine einheitliche Richtung zeigten die Finanztitel, die wegen der Bankenkrise in Italien im Blickfeld der Anleger bleiben. Während die Aktien der Deutschen Bank 0,52 Prozent verloren, gewannen die Anteilsscheine der Commerzbank 0,77 Prozent.

ÜBERNAHMEFANTASIE TREIBT STADA

Anhaltende Übernahmespekulationen trieben die Stada-Papiere kräftig an: Die im MDax gelisteten Aktien des Pharmaunternehmens kletterten an der Index-Spitze um mehr als 10 Prozent nach oben. Die Schweizer "Sonntagszeitung" berichtete von einem Übernahmeinteresse des Pharmariesen Novartis am Arzneimittelhersteller. Zudem meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise, dass mehrere Private-Equity-Firmen ein Auge auf die Bad Vilbeler geworfen hätten.

Die beiden schwächsten MDax-Titel waren Rheinmetall und Bilfinger mit Verlusten von 4,88 beziehungsweise 3,05 Prozent. Beide Papiere litten unter negativen Analystenkommentaren.

EURO KNAPP ÜBER 1,06 US-DOLLAR

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit 0,05 Prozent im Plus bei 3199,11 Punkten. Der CAC 40 in Paris endete kaum verändert, während der Londoner FTSE 100 ein knappes Prozent nachgab. In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial rund 0,1 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Freitag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 141,58 Punkte. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future sank um 0,31 Prozent auf 161,04 Punkte. Der Euro kletterte zuletzt auf 1,0602 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0596 (Freitag: 1,0559) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9438 (0,9471) Euro./edh/das

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)