Aktien Frankfurt Schluss: Nordkorea und 'Irma' halten Anleger zurück

Dem deutschen Aktienmarkt ist nach einer guten ersten Septemberwoche am Freitag ein wenig die Luft ausgegangen. Der Dax ging mit einem kleinen Plus von 0,06 Prozent auf 12 303,98 Punkte ins Wochenende. Auf Wochensicht stand für den Dax ein Plus von 1,3 Prozent zu Buche. Damit ist der Start in den historisch schwachen Börsenmonat September geglückt.
08.09.2017 18:03

Vor dem Wochenende wollten Anleger mit Blick auf die anhaltenden Spannungen in Nordkorea keine Risiken eingehen, schrieb Marktanalyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Der Analyst David Madden von CMC Markets sprach von "Ruhe vor dem Sturm" mit Blick auf den Hurrikan "Irma", der am Wochenende auf die Küste Floridas treffen könnte.

DOW JONES ETWAS HÖHER

Der MDax der 50 mittelgrossen Werte schloss am Freitag 0,38 Prozent höher auf 24 904,48 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,24 Prozent auf 2331,14 Zähler. Am Vortag war der Index noch auf den höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren geklettert.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit 3447,69 Punkten prozentual unverändert. In London gab der Leitindex FTSE um 0,26 Prozent auf 7377,60 Punkte nach, während der CAC 40 in Paris auf der Stelle trat. Der Dow Jones Industrial handelte 0,21 Prozent höher.

THYSSENKRUPP AN DER DAX-SPITZE

Investment-Analyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg blieb optimistisch: "Falls der Konflikt um Nordkorea nicht eskaliert und es weiter 'nur' bei Kriegsrhetorik und Säbelrasseln bleibt, besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich der September 2017 - allen Unkenrufen zum Trotz - von seiner besseren Seite zeigen könnte."

Grösster Gewinner im Dax waren die Aktien von Thyssenkrupp mit einem Plus von 1,78 Prozent. Der Industriekonzern hatte tags zuvor mit dem endgültigen Abschluss des Verkaufs seines brasilianischen Stahlwerks einen Schlussstrich unter eine milliardenschwere Fehlinvestition gezogen. Der Analyst Carsten Riek von UBS sprach zudem von weiter steigenden Stahlpreisen weltweit. Papiere von Salzgitter zogen um 2,44 Prozent an und die des Stahlhändlers Klöckner & Co um 1,60 Prozent.

KOMMENTAR VON UBS LASTET SCHWER AUF LEONI

Eine Verkaufsempfehlung der Schweizer Grossbank UBS zog die Papiere des Kabelherstellers Leoni um 5,61 Prozent nach unten. Damit waren sie der mit Abstand schwächste Wert im MDax. Analyst Julian Radlinger hält die Aktien des Automobilzulieferers für massiv überbewertet. Die allgemeine Erwartung sei falsch, dass in Elektrofahrzeugen letztlich mehr Kabel verbaut würden als in Autos mit Verbrennungsmotor.

Nach einer Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe für die Aktien von Fielmann setzten sich diese an die Spitze des MDax mit einem Plus von 3,65 Prozent. Papiere des Biotech-Unternehmens Evotec führten den TecDax an mit einem Zugewinn von 2,90 Prozent. Die Hamburger erhalten von der Europäischen Investitionsbank einen Kredit zur Erforschung von Wirkstoffen.

EURO HÄLT SICH ÜBER 1,20 US-DOLLAR

Im TecDax waren die Aktien des Mobilfunkers Drillisch zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch geklettert und lagen am Ende noch 0,57 Prozent im Plus. Analystin Heike Pauls von der Commerzbank betonte das Potenzial durch Einspareffekte angesichts des jüngsten Schulterschlusses mit dem Telekomkonzern United Internet und empfahl die Drillisch-Papiere zum Kauf.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 142,07 Punkte. Der Bund Future gab um 0,19 Prozent auf 162,97 Punkte nach. Der Euro notierte am Abend bei 1,2034 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2060 (Donnerstag: 1,1971) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8292 (0,8354) Euro./bek/jha/

(AWP)