Aktien Frankfurt Schluss: Schwacher Euro stützt den Dax

Der Dax hat sich am Dienstag dank eines schwächeren Euro stabil gehalten. Der tendenziell exportwertelastige deutsche Leitindex schloss 0,08 Prozent höher bei 12 605,20 Punkten. Nach seinem guten Lauf Anfang September bewegt sich der Index nun schon einige Zeit in einer engen Spanne um die 12 600 Zähler. Der Nordkorea-Konflikt, die Unsicherheit nach der Bundestagswahl sowie das anstehende Unabhängigkeitsreferendum der spanischen Region Katalonien stimmten die Anleger vorsichtig, sagte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK.
26.09.2017 18:25

Für den Index der mittelgrossen Werte MDax ging es am Dienstag um 0,19 Prozent auf 25'681,38 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel indes um 0,36 Prozent auf 2'401,15 Zähler.

EURO FÄLLT AUF TIEFSTEN STAND SEIT ENDE AUGUST

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging mit einem Minus von 0,04 Prozent auf 3'536,38 Punkte aus dem Handel. Der französische CAC-40-Index war ebenfalls kaum verändert, während der britische FTSE 100 moderat sank.

Der Eurokurs gab im Verlauf des Tages kontinuierlich nach und fiel erstmals seit Ende August unter die Marke von 1,18 Dollar. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1772 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1787 (Montag: 1,1867) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8484 (0,8427) Euro.

THYSSENKRUPP STOCKT KAPITAL AUF

Auf Unternehmensseite richteten sich die Blicke einmal mehr auf Thyssenkrupp. Der Industriekonzern besorgte sich nach der Einigung auf eine Fusion der europäischen Stahlsparte mit der von Tata Steel frisches Geld am Kapitalmarkt. Damit will der Konzern das Wachstum im Industriegütergeschäft forcieren. Die Aktien gewannen 0,10 Prozent.

Für die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA ging es nach einer Kaufempfehlung der schweizerischen Grossbank UBS um 0,85 Prozent nach oben. Spitzenreiter im Dax aber waren die Aktien des Gasekonzerns Linde. Sie legten um fast 3 Prozent zu. Hier gab es Fortschritte bei der Fusion mit dem US-Konzern Praxair: Im Vergleich zur Vorwoche hatten bereits deutlich mehr Linde-Anleger ihre Papiere zum geplanten Aktientausch angedient.

ABSTUFUNG LASTET AUF AURUBIS

Im MDax schnellten die Aktien der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen nach der Begebung einer Wandelschuldverschreibung um rund dreieinhalb Prozent nach oben. Mit der Kapitalmassnahme gestaltet das Unternehmen die Finanzierung günstiger. Im TecDax zogen die Anteilscheine des Mobilfunkers Telefonica Deutschland nach einem positiven Kommentar des Analysehauses Redburn um 3,65 Prozent an.

Schlusslicht im Index der mittelgrossen Werte waren die Papiere des Kupferverarbeiters Aurubis mit einem Abschlag von mehr als 7 Prozent nach einer Verkaufsempfehlung des Bankhauses Lampe.

ADIDAS KNICKT EIN

Im Dax landeten die Adidas-Aktien mit einem Minus von 2,44 Prozent auf dem letzten Platz. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte am späten Nachmittag die Verhaftung eines Mitarbeiters in den Vereinigten Staaten. "Wir sind zur Stunde dabei, mehr Informationen über die Situation zu erlangen. Wir haben keine Kenntnis über ein Fehlverhalten und werden vollumfänglich mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Situation aufzuklären", hiess es weiter.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg leicht um 0,07 Prozent auf 141,47 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,11 Prozent auf 161,77 Punkte./mis/he

(AWP)