Aktien Frankfurt Schluss: Starke US-Jobdaten geben Dax-Erholung Schwung

FRANKFURT (awp international) - Starke Arbeitsmarktdaten aus den USA haben am Freitag kräftig zur Erholung an den deutschen Börsen beigetragen. Der Dax legte um 2,24 Prozent auf 9629,66 Punkte zu, nachdem er sich bereits am Vortag wieder etwas berappelt hatte. Auf Wochensicht schmolz das Minus des deutschen Börsenbarometers letztlich auf 1,5 Prozent zusammen, nachdem jüngst die Ungewissheit um die Folgen der Brexit-Entscheidung Grossbritanniens wieder hochgekocht war.
08.07.2016 18:04

Laut Helaba-Analyst Christian Schmidt bleibt der Aktienmarkt ungeachtet der US-Jobdaten für den Monat Juni denn auch angeschlagen. Temporäre Erholungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, warnt er, und auch Börsenexperte Daniel Saurenz sieht die jüngste Erholung "auf wackeligen Beinen".

GEWINNE EUROPAWEIT UND IN DEN USA

Der MDax gewann am Freitag 1,63 Prozent auf 19 720,74 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,78 Prozent auf 1610,20 Zähler. Europaweit bot sich ein ähnliches Bild und auch in den USA legten die Börsen zu: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 2,08 Prozent auf 2838,01 Punkte an, die Börsen in London und Paris legten deutlich zu. Auch in den USA gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund 1 Prozent.

In der weltgrössten Volkswirtschaft hatte sich der Arbeitsplatzaufbau im vergangenen Monat im Vergleich zum schwachen Mai stark beschleunigt. Zudem waren mit 287 000 Jobs erheblich mehr Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet. Die Analysten waren im Schnitt von 180 000 ausgegangen. Die Arbeitslosenquote stieg zwar an, allerdings nahm auch die Erwerbsquote zu. Es gingen also wieder mehr Bewerber auf Stellensuche.

BANKAKTIEN UNTER DEN GRÖSSTEN GEWINNERN

Die im Zuge des Brexit-Votums und der italienischen Bankenkrise wieder kräftig unter die Räder geratenen Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank verabschiedeten sich versöhnlich ins Wochenende: Die Papiere der Commerzbank gewannen 5,78 Prozent und die des heimischen Branchenprimus 2,80 Prozent. Beide hatten am Mittwoch neue Rekordtiefstände erreicht. Dax-Favorit waren die Aktien von Thyssenkrupp mit plus 6,47 Prozent.

Die Aktien der Autobauer Daimler , Volkswagen (VW) und BMW stiegen zwischen 3,6 und und 4,3 Prozent. Händler verwiesen auf gute Nachrichten aus China. Dort beschleunigte sich das Wachstum des Automarktes dank Steuererleichterungen und einer immens hohen Nachfrage nach City-Geländewagen (SUVs) weiter.

ANALYSTENKOMMENTARE TREIBEN PRO7 UND KRONES AN

Für Bewegung sorgten zudem Analystenkommentare: Die Anteilsscheine des Medienunternehmens ProSiebenSat.1 verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der französischen Grossbank Societe Generale um 4,90 Prozent. Die Krones-Aktien profitierten mit plus 5,34 Prozent davon, dass die DZ Bank sie als solides Investment in unruhigen Zeiten sieht und auf "Kaufen" hochgestuft hatte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 144,32 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,17 Prozent auf 167,88 Punkte. Der Kurs des Euro geriet nach der Vorlage der US-Arbeitsmarktdaten unter Druck und wurde zuletzt bei 1,1038 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1070 (Donnerstag: 1,1080) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9033 (0,9025) Euro./ck/men

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)