Aktien Frankfurt Schluss: Starker Euro zieht den Dax wieder nach unten

Am deutschen Aktienmarkt ist die Dax-Erholung vom Vortag am Mittwoch wieder verpufft. Der Leitindex geriet nach einem verhaltenen Start unter Druck und büsste am Ende 0,57 Prozent auf 12 181,48 Punkte ein. Einmal mehr verdarb der starke Eurokurs den Anlegern die Laune. Eine feste Gemeinschaftswährung kann die Exporte hiesiger Unternehmen verteuern.
02.08.2017 18:11

Am Vortag war der Dax zeitweise über 12 300 Punkte gestiegen und mit einem Plus von mehr als 1 Prozent aus dem Handel gegangen. Seit seinem Rekordhoch von Ende Juni bei 12 951 Punkten habe es bei dem Börsenbarometer nur zweimal Tagesgewinne von ähnlicher Grössenordnung wie am Dienstag gegeben und jedes Mal sei es nicht zu Anschlusskäufen gekommen, bemühten die Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar die jüngere Historie. Erst wenn der Dax in den kommenden Tagen ähnlich kräftig nachlege, besserten sich die Aussichten.

EURO WEITER ÜBER 1,18 US-DOLLAR

Für den MDax der mittelgrossen Unternehmen ging es zur Wochenmitte um 0,03 Prozent auf 24 798,99 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax bewegte sich mit minus 0,01 Prozent 2269,23 Punkte letztlich ebenfalls kaum vom Fleck.

Am Freitag werden von der US-Regierung die offiziellen Daten zur Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes veröffentlicht. Sollten sie enttäuschen, könnte der Euro schnell die Marke von 1,20 US-Dollar erreichen, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Dies würde eine Dax-Rally verhindern. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1829 (Dienstag: 1,1812) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8454 (0,8466) Euro.

LUFTHANSA AN DAX-SPITZE

Hierzulande blieb neben dem Euro-Höhenflug die Berichtssaison der Unternehmen das entscheidende Thema. So gab es endgültige Geschäftszahlen von der Lufthansa , deren Aktien an der Dax-Spitze um gut 3 Prozent zulegten und ihren hohen Kurszuwachs vom Vortag damit ausbauten. Die Fluggesellschaft sieht nach einem Rekordergebnis im ersten Halbjahr nun auch im Frachtgeschäft Licht am Ende des Tunnels.

Als einer der grössten Verlierer im Dax fielen die Papiere der Commerzbank um 1,69 Prozent. Der Abbau Tausender Stellen hatte das Institut im zweiten Jahresviertel noch tiefer als erwartet in die roten Zahlen gedrückt. Analyst Philipp Hässler von der Equinet Bank verwies zudem auf einen eher vorsichtigen Ertragsausblick.

HUGO BOSS UND AXEL SPRINGER ZIEHEN AN

Die Aktien der Autohersteller BMW , Daimler und Volkswagen (VW) lagen derweil nach dem Dieselgipfel in Berlin nur leicht im Minus und schlugen sich damit besser als der Dax. Börsianer werteten es als erfreulich mit Blick auf die Branchenstimmung, dass mehr als fünf Millionen Diesel-Autos in Deutschland nun lediglich mit einer neuen Software und nicht mit einer teuren Hardware-Umrüstung weniger Schadstoffe ausstossen sollen.

Im MDax kamen die Aussagen zur jüngsten Geschäftsentwicklung des Modekonzerns Hugo Boss und des Medienkonzerns Axel Springer sehr gut an. Die Papiere belegten mit Aufschlägen von rund 6,5 beziehungsweise mehr als 4 Prozent die ersten beiden Plätze in dem Index.

DOW ERSTMALS ÜBER 22 000 PUNKTE

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,52 Prozent auf 3459,32 Zähler. Der britische FTSE 100 und der französische CAC-40 gaben etwas weniger deutlich nach. In den USA knackte der Dow Jones Industrial erstmals die Marke von 22 000 Punkten.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,28 Prozent am Vortag auf 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,16 Prozent auf 141,05 Punkte vor. Der Bund Future sank um 0,02 Prozent auf 162,89 Punkte./la/he

(AWP)