Aktien Frankfurt Schluss: Ungewisse US-Politik hält Kauflaune in Grenzen

Der Dax hat sich am Freitag mit einem moderaten Gewinn ins Wochenende verabschiedet. Der noch ungewisse Ausgang der Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über Donald Trumps Gesundheitspläne dämpfte die Kauflaune am Nachmittag. Zuletzt gab es Meldungen, wonach die Republikaner-Führung im Unklaren darüber ist, ob sie genug Stimmen zusammenbekommt für die Abschaffung der Gesundheitsreform von Barack Obama.
24.03.2017 18:39

Der deutsche Leitindex schloss 0,20 Prozent höher auf 12 064,27 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 0,26 Prozent. Der Technologiewerte-Index TecDax beendete den Freitagshandel erstmals seit dem Jahr 2001 wieder über der Marke von 2000 Punkten. Er gewann 1,17 Prozent auf 2003,22 Punkte. Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es um 0,47 Prozent auf 23 542,84 Zähler hoch.

Gute Stimmungsdaten aus den Unternehmen der Eurozone sorgten indes nicht für positive Impulse, weil zugleich der Eurokurs bis über 1,08 US-Dollar stieg. Ein teurer Euro kann nachteilig für die Exportwirtschaft sein. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,0807 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0805 (Donnerstag: 1,0786) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9255 (0,9271) Euro.

INFINEON GEWINNEN MEHR ALS 9 PROZENT

Nach einem optimistischeren Geschäftsausblick von Infineon griffen die Anleger bei den Aktien des Chipkonzerns wieder stärker zu. Erstmals seit dem Jahr 2002 ging es auf mehr als 18 Euro nach oben. Zum Handelsende standen die Anteile als unangefochtener Spitzenwert im Dax 9,35 Prozent höher und kosteten 18,705 Euro.

Für die Papiere des Energiekonzerns RWE ging es nach einer Empfehlung des Investmenthauses Kepler Cheuvreux um 1,71 Prozent nach oben. Die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA legten nach einem Zulassungserfolg für den Hoffnungsträger Avelumab um 1,66 Prozent zu. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte das Mittel zur Behandlung eines aggressiven und seltenen Hautkrebstyps (Merkelzellkarzinom) zum Verkauf freigegeben.

LEONI GEWINNEN MEHR ALS 7 PROZENT

Unten im Dax waren Finanzwerte wie die Deutsche Bank mit minus 1,43 Prozent und der Versicherer Allianz mit minus 1,02 Prozent.

Die Aktien von Leoni machten die Gewinnwarnung vom Oktober 2015 vergessen. Mit plus 7,39 Prozent schlossen die Papiere des Autozulieferers die Kurslücke, die die drastische Revision der Gewinnziele für 2015 und 2016 damals gerissen hatte.

Im Kleinwerte-Index SDax sackten die Papiere des Biotech-Unternehmens Biotest um knapp 4,80 Prozent ab. Der Kooperationspartner ImmunoGen hatte sich für den US-Markt gegen eine Beteiligung an der Entwicklung und Vermarktung von Indatuximab Ravtansine (BT-062) gewandt. Hätte sich ImmunoGen dafür entscheiden, wäre eine hohe Zahlung an Biotest fällig geworden.

AUMANN NACH BÖRSENGANG GEFRAGT

Der Maschinenbauer Aumann feierte indes ein erfolgreiches Börsendebüt. Die zu je 42 Euro an die Anleger ausgegebenen Aktien kosteten auf Xetra zum Handelsschluss 50,70 Euro.

Der EuroStoxx 50 sank um 0,23 Prozent auf 3444,15 Punkte. Auch der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London gaben nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex verlor 0,13 Prozent auf 141,53 Punkte. Der Bund Future gewann 0,21 Prozent auf 160,31Punkte./ajx/he

(AWP)