Aktien Frankfurt Schluss: Verluste - EZB-Schock aber schnell überwunden

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat zum Handelsschluss am Donnerstag seine deutlichen Verluste eingedämmt. Zuvor hatten zerschlagene Hoffnungen auf noch mehr billiges Geld durch die Europäische Zentralbank (EZB) den deutschen Leitindex deutlich unter Druck gesetzt.
08.09.2016 18:26

Der Dax schloss schliesslich mit einem Minus von 0,72 Prozent auf 10'675,29 Punkte, nachdem er am Nachmittag nach dem Leitzinsentscheid der EZB und den Aussagen ihres Präsidenten Mario Draghi noch bis auf 10'570 Punkte gefallen war. Für den MDax der mittelgrossen Unternehmen ging es zum Handelsende um 0,52 Prozent auf 21'674,71 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,54 Prozent auf 1'758,57 Zähler.

'ALTERNATIVEN BLEIBEN MAU'

Das letztendlich deutlich reduzierte Minus beim Dax begründeten Marktbeobachter auf unterschiedliche Weise: Die Zinsen blieben niedrig und die Alternativen zum Aktienmarkt mau, hiess es einerseits. Andere Börsianer wiederum sagten, die Ankündigung der Verlängerung des Anleihekaufprogramms, mit der am Markt eigentlich gerechnet worden war, sei wohl nur aufgeschoben.

Europas Währungshüter hatten entgegen der Hoffnung vieler Marktteilnehmer und der Einschätzung von Experten das Anleihekaufprogramm zunächst nicht über März 2017 hinaus verlängert. Auch an der Zinsschraube hatte der EZB-Rat auf seiner Sitzung am Donnerstag nicht gedreht. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.

SILTRONIC-KURSAUFSCHWUNG GEHT WEITER

Die Siltronic-Aktien setzten im TecDax ihren starken Lauf der vergangenen Tage fort. Nach einem anfänglichen Plus von fast 16 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember schmolz der Gewinn der Halbleiterpapiere dann aber auf 5,99 Prozent zusammen. "Die Wacker-Chemie-Tochter ist die Aktie der vergangenen Wochen", sagte ein Börsianer mit Blick auf den starken Kursgewinn seit Mitte August.

Im Blick blieben auch die Aktien von SLM Solutions , die mit einem Gewinn von 3,60 Prozent auf 41,18 Euro an ihre steile Aufwärtsbewegung seit Dienstag anknüpften. Die Deutsche Bank rechnet für die Papiere des 3D-Druckerherstellers auch nach dem Kurssprung infolge des Kaufgebots von General Electric (GE) mit weiteren Steigerungen und erhöhte ihr Kursziel auf 48 Euro. Der US-Mischkonzern hatte am Dienstag 38 Euro je SLM-Aktie geboten.

LUFTHANSA ERHOLT

Im Dax waren die Papiere der Lufthansa mit plus 3,59 Prozent der Tagessieger, womit sie sich von ihren kräftigen Vortagesverlusten erholten. Dax-Schlusslicht waren die Titel des Industriegase-Produzenten Linde mit minus 2,76 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,26 Prozent auf 3083,54 Punkte. Auch der Pariser Cac 40 gab nach. Für den Londoner FTSE 100 ging es indes nach oben. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss 0,20 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,24 Prozent am Vortag auf minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 144,33 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,52 Prozent auf 164,70 Zähler. Der Eurokurs notierte zuletzt mit 1,1262 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1296 (Mittwoch: 1,1237) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8853 (0,8899) Euro gekostet./ajx/he

(AWP)