Aktien Frankfurt: Schwache US-Techwerte verhageln Wochenstart

Hohe Verluste der US-Technologieaktien haben auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt in die Flucht getrieben. Der Dax beschleunigte seine anfängliche Talfahrt im Tagesverlauf und verlor am späten Montagvormittag 1,06 Prozent auf 12'680,13 Punkte. Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar empfehlen Investoren, erst bei einem Dax-Stand über 12 880 Punkten wieder auf steigende Kurse zu wetten. Auf kurzzeitig fallende Notierungen sollte hingegen unterhalb von 12'660 Zählern gesetzt werden.
12.06.2017 11:52

Der MDax, der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, sank am Montag zuletzt um 1,10 Prozent auf 25'130,01 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel sogar um 2,48 Prozent auf 2'251,59 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,26 Prozent abwärts.

TECH-WERTE UNTER DRUCK

Nach dem Ausverkauf der US-Technologieaktien gerieten auch die hiesigen Branchenpapiere unter die Räder. Der entsprechende Sektorindex in Europa verlor am Morgen rund 3,3 Prozent. Die Talfahrt der US-Werte habe mit der Warnung eines Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs begonnen, dass die niedrige Volatilität bei einigen Werten die Anleger blind für die Risiken durch Geschäftszyklen und wettbewerbsrechtliche Bestimmungen mache, sagte ein Händler. Als weiterer Auslöser wurde ein Medienbericht genannt, der Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit des kommenden iPhone 8 von Apple geschürt hatte.

Vor allem Papiere aus der Halbleiterbranche sackten ab. So lagen die Titel von Infineon mit einem Minus von 4,3 Prozent am Dax-Ende. Im TecDax nahmen die Anteilscheine des Wafer-Herstellers Siltronic, des Apple-Chipzulieferers Dialog Semiconductor und des auf die Halbleiterbranche ausgerichteten Maschinenbauers Aixtron mit Abschlägen zwischen 4,4 und 5,5 Prozent mit die letzten Plätze ein.

K+S AN MDAX-SPITZE

Die Aktien des Baustoffkonzerns HeidelbergCement profitierten hingegen von einer Empfehlung der US-Investmentbank Merrill Lynch und stiegen um 0,8 Prozent. Analyst Arnaud Lehmann rechnet mit einer anziehenden Gewinnentwicklung in den kommenden Quartalen und verwies auf die zuletzt unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Die Aktien von K+S reagierten mit einem Kursgewinn von 2,5 Prozent an der MDax-Spitze auf Berichte über Kooperationsgespräche zwischen dem russischen Konkurrenten Uralkali und dem weissrussischen Unternehmen Belaruskali. Den Medienberichten zufolge steht eine Wiederaufnahme der 2013 zerfallenen Vertriebsgesellschaft zwischen den beiden Düngerproduzenten im Raum, was die Preise treiben könnte. Bereits auf Freitag waren die K+S-Aktien um mehr als 3 Prozent gestiegen.

Im SDax zogen die Papiere der Hornbach Holding nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 1,9 Prozent an. Die Dachgesellschaft des Baumarktbetreibers steigerte den Nettoumsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 um 7 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um rund 21 Prozent.

Das Hauptereignis der Woche steht am Mittwoch akllerdings mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an. Eine weitere Zinserhöhung gilt als ausgemachte Sache. Spannend wird daher die Frage über den weiteren geldpolitischen Kurs der Währungshüter./edh/das

(AWP)