Aktien Frankfurt: Schwacher Wochenstart nach jüngster Dax-Rally

FRANKFURT (awp international) - Nach der fulminanten Kursrally in der vergangenen Woche hat der deutsche Aktienmarkt am Montag einen Gang zurückgeschaltet. Der deutsche Leitindex Dax gab bis zum Mittag um 0,26 Prozent auf 11 174,72 Punkte nach. In der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex noch nahezu sechseinhalb Prozent hinzugewonnen.
12.12.2016 12:17

Ähnlich sah es in den hinteren Reihen aus: Der MDax der mittelgrossen Werte verlor zuletzt 0,37 Prozent auf 21 582,86 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,29 Prozent auf 1748,26 Zähler abwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stand zuletzt nahezu unbewegt mit minus 0,01 Prozent bei 3197,24 Zählern.

IMPOSANTES WOCHENPLUS

Die vergangene Woche war für den Dax die bisher gewinnträchtigste des Jahres gewesen. Dabei hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer nahezu problemlos den monatelang hartnäckigen Widerstand bei 10 800 Punkten durchbrochen und gleich darauf die nächste Hürde bei 11 000 Zählern genommen. Als Triebfeder erwies sich einmal mehr die Europäische Zentralbank, die nach dem Scheitern der Verfassungsreform in Italien ihr gigantisches Anleihe-Kaufprogramm fortsetzt.

Da an diesem Montag keine nennenswerten Konjunkturdaten anstehen, richten sich die Blicke bereits auf die US-Notenbank Fed. Am Markt gilt es nahezu als gesetzt, dass die Währungshüter an diesem Mittwoch ihren Leitzins um weitere 25 Basispunkte anheben werden. Damit dürfte die Fed die Zinswende fortführen, die sie vor einem Jahr eingeläutet hatte und die seitdem auf Eis lag. der Fokus der Anleger liege nun aber auf der künftigen Fed-Politik angesichts der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, schrieb Michael van Dulken von Accendo Markets.

RWE-AKTIE NACH KAUFEMPFEHLUNG DURCH CREDIT SUISSE GEFRAGT

Auf Unternehmensseite führten die Dax-Riege die Papiere des Versorgers RWE nach einer frischen Kaufempfehlung durch die Credit Suisse an. Sie verteuerten sich um mehr als 2 Prozent. Analyst Vincent Gilles zeigte sich das erste Mal in vier Jahren wieder positiv für mitteleuropäische Stromerzeuger gestimmt und hob seine Erwartungen für die Strompreise an.

Der durch die beabsichtigten Produktionskürzungen des Ölkartells Opec und anderer Förderländer zuletzt stark gestiegene Ölpreis setzte insbesondere den Aktien der Lufthansa zu, da deren Geschäft durch teureren Treibstoff kostspieliger wird. Auf die Kosten der Aktien ging Börsianern zufolge vor allem aber ein Interview des Ryanair-Chefs, der darin für das kommende Jahr eine Preissenkung ankündigte. Lufthansa-Aktien gaben am Dax-Ende mehr als zweieinhalb Prozent nach.

Auch die konjunktursensiblen Autowerte im Dax notierten im Minus - obwohl Hersteller BMW und die VW-Tochter Audi zuvor für den November Absatzsteigerungen vermelden konnten.

Keine einheitliche Richtung nahmen indes die Finanztitel, die wegen der Bankenkrise in Italien weiterhin im Blickfeld der Anleger bleiben. Während Aktien der Deutschen Bank mit knapp 1 Prozent Minus an ihren bereits vor dem Wochenende schwachen Lauf anknüpften, zogen Anteilsscheine an der Commerzbank um fast eineinhalb Prozent an.

ÜBERNAHMEFANTASIE TREIBT STADA

Anhaltende Übernahmespekulationen trieben derweil die Stada-Papiere kräftig an: Die im MDax gelisteten Aktien des Pharmaunternehmens kletterten an der Index-Spitze um knapp viereinhalb Prozent. Nachdem bereits vor dem Wochenende Medien für Fantasie gesorgt hatten, berichtete die Schweizer "Sonntagszeitung" nun von einem Übernahmeinteresse des Pharmariesen Novartis . Zudem berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise, dass mehrere Private-Equity-Firmen ein Auge auf die Bad Vilbeler geworfen hätten.

Auch im Mittelwerteindex schlugen einige Analystenmeinungen Wellen. Aktien des Rüstungskonzerns und Autozulieferers Rheinmetall rutschten nach einer gestrichenen Kaufempfehlung durch die Warburg-Analysten um mehr als 3 Prozent. Ähnlich deutlich erwischte es die Papiere des Industriedienstleisters Bilfinger nach einer frischen Verkaufsempfehlung der Schweizer Bank UBS./tav/fbr

(AWP)