Aktien Frankfurt: Starker Euro drückt Börse wieder ins Minus

Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag nach einem freundlichen Handelsstart leicht ins Minus gerutscht. Als Belastung erwies sich das immer noch hohe Niveau des Euro, der sich aktuell über der Marke von 1,14 US-Dollar hält. Eine stärkere Gemeinschaftswährung kann die deutschen Exporte erschweren.
29.06.2017 12:10

Der deutsche Leitindex Dax stand gegen Mittag 0,17 Prozent tiefer bei 12 625,43 Punkten, nachdem er zur Wochenmitte bereits zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Mai abgesackt war. "Der Dax bleibt angeschlagen", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

US-WACHSTUMSDATEN IM BLICK

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen fiel um 0,57 Prozent auf 24 684,48 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,47 Prozent auf 2210,44 Punkte nach unten.

In den Blick gerieten nun die Daten zum US-amerikanischen Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal, die am Nachmittag veröffentlicht würden, fuhr Stanzl fort. Es bleibe spannend, wie viel Geduld die Investoren noch hätten, bis die Vorstellungen des Präsidenten Donald Trump von einem Wachstum von 4 Prozent Realität werden.

BANKEN GEFRAGT

Im frühen Handel hatten sich die Anleger noch über die deutliche Erholung der Technologiewerte an der Wall Street gefreut. Gute Nachrichten kamen auch aus der Finanzwelt: Erstmals haben alle grossen Banken in den USA den jährlichen Stresstest der amerikanischen Notenbank bestanden. Sie erhielten von der Fed grünes Licht, in grossem Stil Geld in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen an ihre Investoren auszuschütten.

Vor diesem Hintergrund versammelten sich hierzulande die Bankaktien an der Spitze des Dax. So gewannen die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank jeweils rund 2 Prozent. Letztere notierten damit wieder auf dem Niveau von November 2015.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien des Versorgers RWE mit einem Minus von mehr als 2 Prozent. Damit verzeichnen sie den inzwischen neunten Verlusttag in Folge.

AURUBIS AN DER MDAX-SPITZE

An der MDax-Spitze zogen die Papiere von Aurubis um 3,64 Prozent an. Vorstandschef Jürgen Schachler will den Gewinn bei dem Kupferkonzern überraschend deutlich steigern. Zudem spielten Zukäufe für die Weiterentwicklung "eine wichtige Rolle", sagte er der "Börsen-Zeitung"; eine Kapitalerhöhung sei nicht notwendig.

Am Indexende notierten die Anteilscheine der Deutschen Euroshop nach der Zahlung der Dividende bei 34,46 Euro. Der Betreiber von Shoppingzentren schüttet 1,40 Euro je Anteil aus./la/das

(AWP)