Aktien Frankfurt: Steigender Euro bremst Dax wieder aus

Die Erholung des Euro hat dem Dax am Montag wieder zu Schaffen gemacht. Hinzu kamen sinkende Ölpreise als Belastung.
07.08.2017 14:43

Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,46 Prozent tiefer bei 12'240,77 Punkten. Im frühen Handel hatte der Dax noch bis auf 12'336 Punkte zugelegt und den Rückenwind vom Freitag gespürt, als ein guter US-Arbeitsmarktbericht und der gleichzeitig nachgebende Euro deutlich angetrieben hatten. Mit einem nachhaltigen Sprung über 12'300 Punkte tut sich der Dax derzeit schwer, während nach unten die Marke von 12'100 Punkten zu halten scheint.

Der MDax der mittelgrossen Werte zeigte sich am Montagnachmittag mit minus 0,02 Prozent auf 25'099,39 Punkten nur wenig verändert. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,13 Prozent auf 2'279,82 Zähler nach. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,23 Prozent abwärts.

EURO ZEITWEISE WIEDER ÜBER 1,18 DOLLAR

Der Euro hindere den Dax daran, zurück in alte Höhen zu steigen, sagten Marktbeobachter. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte am Montag zeitweise wieder über 1,18 Dollar. Zuletzt kostete sie 1,1797 Dollar. Mitte vergangener Woche war sie sogar bis auf 1,19 Dollar gestiegen. Ein starker Euro kann die Exporte deutscher Unternehmen erschweren. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1868 US-Dollar festgesetzt.

Am deutschen Aktienmarkt belastete eine bevorstehende Milliardenübernahme die Aktien des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC). FMC bietet für das Medizintechnik- und Dienstleistungsunternehmen NxStage Medical aus den USA 30 US-Dollar je Aktie in bar. Ein Börsianer hielt dies für ziemlich hoch gegriffen. Die FMC-Titel gaben als schwächster Dax-Wert um gut 2 Prozent nach.

XING UND CARL ZEISS MIT ZAHLEN

Im Tecdax gewannen die Titel des Karrierenetzwerkes Xing nach Quartalszahlen um mehr als 3 Prozent zu. Bei 265,35 Euro hatten sie am Vormittag ein Rekordhoch markiert. Dank gestiegener Nutzerzahlen und kleinerer Zukäufe hatte Xing deutlich mehr umgesetzt. Auch das operative Ergebnis hatte stark angezogen.

Carl Zeiss Meditec verhalfen gute Geschäfte mit Lasersystemen zur Sehschärfenkorrektur in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres zu Wachstum und einem deutlichen Ergebnisanstieg. Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank bemängelte aber die Profitabilität. Die Aktien notierten zuletzt kaum verändert.

Quartalszahlen gab es auch vom Finanzdienstleister Hypoport und vom Autozulieferer ElringKlinger - beide im SDax. Hypoport verteuerten sich weit vorne in dem Index um fast 7 Prozent, während Elringklinger als schwächster Wert um mehr als 3 Prozent fielen. Die Aktien des Kohlefaserspezialisten SGL Group kratzten mit einem Kurs von in der Spitze 11,75 Euro an ihrem fast zwei Monate alten Jahreshoch, nachdem Gedankenspiele zur Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens mit dem Autobauer BMW publik geworden waren. Zuletzt verbuchten sie ein Plus von fast 6 Prozent.

EVOTEC GEWINNEN 9 PROZENT

Angetrieben von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank sprangen die Titel des Biotech-Unternehmens Evotec als bester TecDax-Wert um rund 9 Prozent hoch.

Auf der Gegenseite fanden sich die Anteile des auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Softwareanbieters Compugroup mit einem Minus von mehr als 5 Prozent. Meldungen über ein mögliches Aus der elektronischen Gesundheitskarte belasteten das Papier, gleichwohl Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Compugroup das Projekt auf der Zielgeraden sehen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,22 Prozent am Freitag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,12 Prozent auf 141,02 Punkte. Der Bund Future sank um 0,04 Prozent auf 163,10 Punkte.

ajx/stb

(AWP)