Aktien Frankfurt: Stimmung hellt sich nach Brexit-Wirbel weiter auf

FRANKFURT (awp international) - Die Lage am deutschen Aktienmarkt hat sich zum Ende einer turbulenten Woche weiter beruhigt. Der Dax knüpfte am Freitag mit einem Plus von 1,00 Prozent auf 9513,36 Punkte an seine Vortageserholung an. Auf Wochensicht beläuft sich das Minus des Börsenbarometers nun auf etwa zweieinhalb Prozent, nachdem jüngst die Ungewissheit um die Folgen der Brexit-Entscheidung der Briten wieder hochgekocht war.
08.07.2016 11:56

Nach Einschätzung des Analysten Christian Schmidt von der Landesbank Helaba bleibt der Aktienmarkt denn auch angeschlagen. Temporäre Erholungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen.

WARTEN AUF US-ARBEITSMARKTBERICHT

Der MDax als Index der mittelgrossen Werte rückte am Freitag um 0,41 Prozent auf 19 483,25 Punkte vor und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,87 Prozent auf 1595,84 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 1 Prozent an.

Neben den Unsicherheiten in puncto Brexit-Folgen richten sich die Blicke der Anleger auf den am frühen Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Die Daten könnten die Erwartungen des Marktes hinsichtlich des Zeitpunkts einer Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed beeinflussen. Die Ungewissheit, wann die Fed ihre im Dezember begonnene Zinswende fortsetzt, hatte in den vergangenen Monaten für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Aktuell rechnen nur die wenigsten Finanzmarktakteure mit einem Zinsschritt noch im laufenden Jahr.

CHINA-DATEN LIEFERN AUTOWERTEN RÜCKENWIND

Die Aktien der Autobauer Daimler , BMW und Volkswagen (VW) verteuerten sich um rund zweieinhalb bis etwa dreieinhalb Prozent. Händler verwiesen auf gute Nachrichten aus China. Dort beschleunigte sich das Wachstum des Automarkts dank Steuererleichterungen und einer immens hohen Nachfrage nach City-Geländewagen (SUVs) weiter.

Für Bewegung sorgten zudem Analystenkommentare. Die Papiere des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der französischen Grossbank Societe Generale um mehr als 2 Prozent. Krones-Aktien gewannen knapp 3 Prozent, nachdem die DZ Bank sie auf "Kaufen" hochgestuft hatte.

Die Anteilsscheine der Deutschen Börse zählten mit einem Minus von 0,67 Prozent zu den wenigen Verlieren im Dax. Im MDax ging es für Anteile des Dünger- und Salzproduzenten K+S um 0,39 Prozent nach unten. Hier bleiben die Analysten der Grossbank UBS skeptisch./mis/fbr

(AWP)