Aktien Frankfurt: Trübe Stimmung - Euroanstieg und Kursrutsch bei Zulieferern

Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung am Dienstag wieder etwas eingetrübt. So drückte eine Prognosesenkung des Autozulieferers Schaeffler die Aktien der Branche ins Minus. Zudem sorgten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi zur Inflation für ein zwiespältiges Echo an der Börse. Damit büsste der Dax seine zu Wochenbeginn erzielten Gewinne wieder ein und fiel um 0,42 Prozent auf 12 717,06 Punkte.
27.06.2017 12:05

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor 1,05 Prozent auf 24 997,00 Punkte. Beim Technologiewerte-Index TecDax stand ein Minus von 0,81 Prozent auf 2249,01 Zähler zu Buche. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,28 Prozent abwärts.

SCHAEFFLER KNICKEN EIN

Die schwache Inflation im Euroraum ist aus Sicht von Draghi vor allem auf zeitlich begrenzte Entwicklungen zurückzuführen, was Börsianern zufolge früher oder später für eine weniger lockere Geldpolitik spricht. Der Euro reagierte auf die Äusserungen Draghis mit Kursgewinnen, was die Notierungen stark exportorientierter Unternehmen belastete. Zudem äusserte sich Draghi aber zuversichtlich zur konjunkturellen Lage im Euroraum, was wiederum den Aktienmarkt stützte.

Im Tagesverlauf wird sich noch Fed-Chefin Janet Yellen zu Wort melden. Zuletzt hatten sich einige Mitglieder der US-Notenbank dafür ausgesprochen, den Leitzins eher später als früher erneut anzuheben.

Hierzulande sackten die Papiere von Schaeffler mit einem Minus von fast 11 Prozent an das MDax-Ende. Der Autozulieferer hatte seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt mit der Begründung, der Preisdruck im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft sowie die Kosten für Neuanläufe hätten zugenommen. Im Sog dessen verloren die Anteilscheine der Schaeffler-Beteiligung Continental mehr als 2 Prozent. Für die Papiere von Leoni ging es ähnlich stark nach unten.

ÜBERNAHME VON STADA GESCHEITERT

Ein weiteres Gesprächsthema war die gescheiterte Übernahme des Arzneiherstellers Stada . Die Finanzinvestoren Bain und Cinven verfehlten die für den Deal erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent knapp um rund 2 Prozentpunkte. "Die Frage ist, ob nun die vorherigen Interessenten Advent und Permira noch einmal auf den Plan treten", sagte ein Börsianer. Bain und Cinven könnten aus rechtlichen Gründen aber erst 2018 ein weiteres Angebot für den Pharmakonzern vorlegen. Stada selbst versuchte, die Aktionäre mit der Bestätigung seiner mittelfristigen Gewinn- und Umsatzziele zu beruhigen. Dennoch fielen die Anteilscheine um mehr als 3 Prozent.

Derweil gaben die Papiere der Deutschen Telekom um knapp 2 Prozent nach. Beim Poker um die Zukunft des US-Mobilfunkanbieters Sprint hat der Telekomkonzern offenbar Konkurrenz bekommen. Sprint verhandelt einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") zufolge derzeit mit den beiden US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit. Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Telekom-Tochter T-Mobile US über eine Fusion auf Eis, hiess es.

VAPIANO MIT DURCHWACHSENEM BÖRSENDEBÜT

Schliesslich legte die Restaurantkette Vapiano einen durchwachsenen Börsengang hin. Der erste Kurs hatte zwar bei 23,95 Euro und damit über dem Ausgabepreis von 23 Euro das Stück gelegen. Zuletzt aber wurden nur noch 22,70 Euro gezahlt./la/fbr

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

(AWP)