Aktien Frankfurt: Unsicherheit über US-Zinswende setzt Dax unter Druck

FRANKFURT (awp international) - Die anhaltende Unsicherheit über den nächsten US-Zinsschritt hat dem deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn zu schaffen gemacht. Der Leitindex Dax verbuchte am Montagmittag ein Minus von 0,83 Prozent auf 10'500,25 Punkte. Die Anleger blieben mit Blick auf eine mögliche Zinsanhebung der US-Notenbank Fed in Wartestellung, kommentierte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Laut Börsianern bremste zudem der Feiertag in Grossbritannien den ohnehin ruhigen Handel zusätzlich aus.
29.08.2016 11:54

Der MDax der mittelgrossen Werte verlor zuletzt 0,86 Prozent auf 21'374,20 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax büsste 0,74 Prozent auf 1'710,51 Punkte ein. Ähnlich mau sah der Wochenstart an Europas Börsen aus: Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,85 Prozent auf 2'984,87 Punkte abwärts.

ANLEGER WARTEN AUF ARBEITSMARKTDATEN

Das Interesse der Börsianer dreht sich anhaltend um die Frage, wie es mit der Geldpolitik in den USA weitergeht: Nach Einschätzung von Experten hat Fed-Chefin Janet Yellen auf der renommierten Notenbankkonferenz in Jackson Hole in der vergangenen Woche die Tür für eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr geöffnet. Aussagen von Fed-Vizepräsident Stanley Fischer wurden sogar dahingehend gedeutet, dass der Leitzins noch zwei Mal in diesem Jahr angehoben werden könnte.

Investoren schauen nun noch genauer auf die in dieser Woche anstehenden Wirtschaftsdaten aus den USA. Als besonders wichtig gelten dabei die Daten vom US-Arbeitsmarkt am Mittwoch und Freitag. "Fed-Vize Fischer deutete an, dass die kommenden Arbeitsmarktdaten den Ausschlag für den nächsten Zinsschritt geben könnten", erklärte CMC-Experte Stanzl.

ALLE DAX-WERTE VERLIEREN

Im Dax notierten gegen Mittag alle 30 Werte im Minus. Zu den grössten Verlierern mit einem Verlust von knapp 2 Prozent gehörten die Papiere von Thyssenkrupp , die unter fallenden Rohstoffpreisen litten. Die Aktien des Stahlkonkurrenten Salzgitter im MDax gaben ebenfalls klar nach.

Die Papiere des Generika-Herstellers Stada im MDax wurden ex Dividende gehandelt. Ausgeschüttet werden 0,70 Euro je Anteil. Nach der turbulenten Haupterversammlung am vergangenen Freitag sollten die Aktien weiter im Auge behalten werden. Mit der Abwahl des Aufsichtsratschefs Martin Abend auf Betreiben des kritischen Investors Active Ownership Capital (AOC) steht das Unternehmen vor einem Umbruch.

PATRIZIA MIT GRATISAKTIE

Die Aktien von SDax-Mitglied Patrizia Immobilien notierten zuletzt rund 6 Prozent tiefer. Die Aktionäre haben im Zuge einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln Gratisaktien erhalten. Für jeweils zehn alte Papiere wurde zusätzlich eine neue Aktie ins Depot gebucht.

Überdies bewegten Analystenmeinungen: Südzucker-Aktien etwa profitierten von einer Studie der DZ Bank und legten um knapp eineinhalb Prozent auf zuletzt 23,24 Euro zu. Analyst Heinz Müller hob den fairen Wert für die Aktie auf 25 Euro an und sieht damit noch Kurspotenzial für die Anteilsscheine des Zuckerproduzenten./tav/das

(AWP)