Aktien Frankfurt: Verhaltener Optimismus vor US-Zinsentscheid

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag von den klaren Vortagesverlusten erholt und vor der US-Zinsentscheidung am Mittwoch höher positioniert. Von der Notenbank Fed wird die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr erwartet. Aktuelle deutsche Konjunkturdaten zeigten derweil kaum Wirkung auf die Kurse.
13.06.2017 12:12

Der Dax notierte am Mittag 0,58 Prozent höher bei 12 764,08 Punkten. Zum Wochenstart war der deutsche Leitindex - belastet vom sehr schwachen Technologiesektor - um rund 1 Prozent abgesackt.

Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, gewann 0,62 Prozent auf 25 303,42 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,15 Prozent auf 2272,58 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,48 Prozent aufwärts.

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Juni überraschend eingetrübt. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel um 2,0 Punkte auf 18,6 Punkte, während Bankvolkswirte 21,7 Punkte erwartet hatten.

LUFTHANSA NACH ANALYSTEN-HOCHSTUFUNG AUF MEHRJAHRESHOCH

Unter den Einzelwerten fielen die Lufthansa-Titel an der Dax-Spitze mit einem Gewinn von 3,2 Prozent auf. Mit dem Sprung auf den höchsten Stand seit Juni 2014 setzten sie ihre Rally fort. Die Schweizer Bank Credit Suisse stufte die Anteilsscheine der Fluggesellschaft von "Underperform" auf "Neutral" hoch und erhöhte das Kursziel von 12,95 auf 18,71 Euro. Zudem hatte die Lufthansa für Mai ein kräftiges Passagierplus von 18,7 Prozent ausgewiesen.

Fraport-Papiere kletterten nach der Vorlage von Verkehrszahlen um 1,2 Prozent. Am Frankfurter Flughafen war die Passagierzahl im Mai um 5,7 Prozent gestiegen und das Frachtvolumen um 5,5 Prozent. Ein Händler sprach von einem ordentlichen Wachstum, zeigte sich nach den starken Verkehrszahlen der Lufthansa vom Vortag allerdings kaum mehr überrascht davon.

LEONI-NACH ANALYSTENKOMMENTAR SPITZENREITER IM MDAX

Die Aktien von Leoni verteuerten sich nach einer positiven Analystenaussage um 3,50 Prozent. Die Privatbank Berenberg erhöhte das Kursziel von 60 auf 65 Euro und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Der Autozulieferer könnte kurzfristig eine Gewinnerholung verzeichnen und von 2020 an beim Wachstum positiv überraschen, schrieb Analyst Fei Teng in einer Studie vom Dienstag.

Fast am MDax-Ende waren hingegen die Symrise-Papiere mit einem Minus von 0,4 Prozent zu finden. Der Duftstoff- und Aromenhersteller will sich mit einer Wandelschuldverschreibung 400 Millionen Euro für den Schuldenabbau sowie allgemeine Zwecke beschaffen.

Bertrandt-Titel knüpften nach einer Kaufempfehlung des Analysehauses Warburg Research mit einem Plus von 5,8 Prozent an ihre jüngste Erholung an. Im Mai hatte der Ingenieurdienstleisters für die Autobranche wegen einer Zurückhaltung der Autobauer sein Umsatzziel deutlich gesenkt. Der Aktienkurs von zuvor mehr als 98 Euro war daraufhin in die Tiefe gerauscht und hatte erst Ende Mai bei 78,94 Euro einen Boden gefunden./edh/das

(AWP)