Aktien Frankfurt: Weitere Erholung - Dax ohne Probleme über 12 000 Punkten

Der Dax hat am Donnerstag an seine Vortages-Erholung angeknüpft und sich damit problemlos über der Marke von 12 000 Punkten gehalten. Mit einem Plus von 0,68 Prozent stand der deutsche Leitindex am Nachmittag bei 12 083,74 Punkten, nachdem es in der Spitze bis auf 12 100 Zähler hoch gegangen war. Für den zu Ende gehenden August deutet sich aber ein moderates Monatsminus an.
31.08.2017 15:04

Geopolitische Sorgen wegen Nordkorea gerieten gerade wieder etwas in den Hintergrund und jüngste Konjunkturdaten aus China, der Eurozone und den USA seien erfreulich ausgefallen, kommentierte Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets die wieder gestiegene Risikobereitschaft der Investoren. "Dem Dax kommt zudem die weitere Euro-Schwäche zugute", sagte der Experte.

EURO WERTET WEITER AB

Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt nur noch 1,1846 US-Dollar, nachdem sie vor zwei Tagen noch zeitweise bis auf über 1,20 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2015 gestiegen war. Ein schwächerer Euro kann die Exportchancen von Unternehmen aus der Eurozone erhöhen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1916 (Dienstag: 1,2048) US-Dollar festgesetzt.

Für den MDax , den Index der mittelgrossen deutschen Unternehmen, ging es am Donnerstag um 0,70 Prozent auf 24 704,03 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann sogar 1,48 Prozent auf 2293,07 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Plus von 0,79 Prozent zu Buche.

EINZELHÄNDLER IM RAMPENLICHT

Im Fokus hierzulande stand die Einzelhandelsbranche mit Geschäftszahlen von Metro , Ceconomy , Fielmann und Steinhoff . Die Papiere des Lebensmittelhändlers Metro sackten um 1,8 Prozent ab. Die Zahlen kamen eigentlich ganz gut an, aber ein enttäuschender Halbjahresbericht vom französischen Konkurrenten Carrefour mit sehr zurückhaltenden Aussagen zur weiteren Entwicklung zog die Metro-Anteile mit nach unten.

Die Aktien des Elektronikhändlers Ceconomy legten indes um 2,8 Prozent zu. Beide Unternehmen - Metro mit dem Lebensmittel- und Ceconomy mit dem Elektronikgeschäft - waren aus der Aufspaltung des Handelskonzerns Metro hervorgegangen, dessen Namen der Lebensmittelhändler nun fortführt. Ceconomy konnte im dritten Geschäftsquartal dank eines guten Onlinegeschäfts den Umsatz steigern und den operativen Verlust eindämmen.

Die Fielmann-Titel rückten um 0,8 Prozent vor. Die Optikerkette profitierte im zweiten Quartal von der Eröffnung neuer Filialen im zweiten Quartal. Die Aktien von Steinhoff gewannen 1,6 Prozent. Der deutsch-südafrikanische Möbelkonzern hatte in den ersten neun Monaten des Jahres vor allem dank Übernahmen seinen Umsatz um fast die Hälfte gesteigert.

STADA LEIDET UNTER DIVIDENDENABSCHLAG UND INVESTOR-FORDERUNGEN

Beim Pharmakonzern Stada stand nur deshalb ein Kursminus zu Buche, weil die Titel nach der gestrigen Hauptversammlung exklusive der ausgezahlten Dividende von 0,72 Euro je Aktie gehandelt wurden. Dass Finanzinvestor Paul Singer, der inzwischen mehr als 15 Prozent an Stada hält, Druck auf die neuen Eigner ausübt, beeindruckte die Anleger offenbar kaum.

Singers Hegdefonds Elliott will den von den Investoren Bain Capital und Cinven angestrebten Beherrschungsvertrag nur gegen eine Mindestabfindung von 74,40 Euro je Aktie unterstützen. Dies wäre ein Aufschlag von mehr als 8 Euro je Aktie auf den ursprünglichen Angebotspreis von 66,25 Euro - aber immer noch deutlich weniger als die 83,65 Euro, auf die die Aktie vor wenigen Tagen in der Spitze geklettert war.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,12 Prozent am Vortag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 141,85 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,02 Prozent auf 165,015 Punkte./ajx/stb

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)