Aktien Frankfurt: Weitere Stabilisierung vor US-Arbeitsmarktbericht

FRANKFURT (awp international) - Die vorsichtige Stabilisierung am deutschen Aktienmarkt geht auch am Freitag weiter. Wenige Stunden vor dem wichtigen Arbeitsmarktbericht aus den USA hielten sich die meisten Anleger aber mit einer klaren Positionierung zurück.
05.08.2016 12:01

Der Dax hielt sich nach einem Schwächeanfall gegen Mittag 0,12 Prozent im Plus bei 10'240,61 Punkten. Damit steuert der deutsche Leitindex auf den dritten Gewinntag in Folge zu. Für die erste Augustwoche droht auf diesem Niveau allerdings ein Minus von knapp 1 Prozent - den Monat Juli hatte der Dax noch mit einem satten Plus von fast 7 Prozent beendet.

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann am Freitag 0,44 Prozent auf 21'043,47 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,16 Prozent auf 1'700,93 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,19 Prozent auf 2'938,03 Punkte vor.

ARBEITSMARKTBERICHT UND FED IM FOKUS

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht könnte der amerikanischen Notenbank Fed Argumente liefern, trotz des britischen Votums für einen EU-Ausstieg und der damit verbundenen Folgen verstärkt über eine Leitzinserhöhung nachzudenken.

Doch nachdem die britische Notenbank den Leitzins gesenkt und eine Ausweitung ihres Wertpapier-Kaufprogramms angekündigt hat, dürfte es Amerikas Währungshütern schwer fallen, überhaupt noch im laufenden Jahr die Geldpolitik zu straffen, meint Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets. Die wachsende Divergenz zwischen der Fed und den anderen Notenbanken sei grundsätzlich problematisch. Dazu hätten die enttäuschenden Daten zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal Sorgen über die Stärke der US-Konjunktur geweckt.

GEWINNEINBRUCH BELASTET ALLIANZ

In Deutschland standen noch einige Quartalszahlen auf der Agenda. Naturkatastrophen und eine hohe Abschreibung beim Verkauf der Südkorea-Tochter liessen den Gewinn der Allianz einbrechen. Die dennoch bestätigten Jahresziele halfen den Aktien des Versicherers nicht: Sie büssten am Dax-Ende 4,17 Prozent ein. Ein Händler sah die Zahlen unter den Erwartungen. Einige Analysten hätten nach den enttäuschenden Zahlen des Konkurrenten Hannover Rück aber schon mit schwachen Resultaten gerechnet.

An der MDax-Spitze trotzte Hugo Boss mit einem Kursplus von 5,74 Prozent einer rückläufigen Geschäftsentwicklung. Zwar liessen Ladenschliessungen und schwächelnde Geschäfte in China und den USA den Überschuss des Modekonzerns stärker einbrechen als erwartet. Doch der Umsatz und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpften nicht so stark wie befürchtet. Zudem habe der gesenkte Umsatzausblick nicht überrascht, ergänzte ein Händler.

EVONIK WIRD OPTIMISTISCHER

Für die Aktien von Evonik ging es um 3,42 Prozent bergauf. Der Spezialchemiekonzern habe im zweiten Quartal besser als erwartet abgeschnitten, lobte Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Zudem liege der konkretisierte Ergebnisausblick etwas über seinen Erwartungen. Evonik zeigte sich zuversichtlich, für das Gesamtjahr ein bereinigtes Ebitda in der oberen Hälfte der eigenen Zielspanne zu erreichen.

In der Technologiebranche gaben die Papiere von Süss Microtec um 1,17 Prozent nach. Der Anlagenbauer blieb im abgelaufenen Quartal trotz des deutlichen Umsatzanstiegs in den roten Zahlen, dämmte den Konzernverlust aber deutlich ein. Analystin Victoria Kruchevska vom Investmenthaus Equinet sieht die Resultate deutlich über ihren Erwartungen. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen mit Aussagen zu den Aufträgen und der Umsatzentwicklung im kommenden Jahr geschockt./gl/fbr

(AWP)