Auch japanische Bank SMFG wählt Frankfurt als Brexit-Exil

Japans drittgrösste Bank Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) hat sich für Frankfurt als künftigen EU-Standort entschieden. Die Bank werde eine eigene Tochter in der Mainmetropole gründen, um auch nach dem Brexit alle Dienstleistungen in der Europäischen Union anbieten zu können, kündigte SMFG am Montag an.
03.07.2017 13:32

Wie viele der rund 1000 SMFG-Mitarbeitende von London nach Deutschland umziehen werden, blieb zunächst unklar. Über die Pläne hatte am Wochenende zuerst die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet.

Nach dem geplanten EU-Austritt Grossbritanniens brauchen in London ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen.

Die japanische Investmentbank Nomura und der japanische Wertpapierhändler Daiwa Securities haben sich bereits für Frankfurt als ihren künftigen Standort in der EU entschieden. Die beiden japanischen SMFG-Konkurrenten Mitsubishi UFJ Financial Group und Mizuho Financial Group sind nicht auf einen Umzug angewiesen, da sie bereits Tochtergesellschaften in Amsterdam haben.

Der Verband der Auslandsbanken erwartet, dass durch den Brexit in den nächsten zwei Jahren 3000 bis 5000 Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen.

(AWP)