Bierbrauer AB Inbev halbiert die Dividende - Aktie stürzt ab

25.10.2018 09:58

LEUVEN (awp international) - Der weltgrösste Bierbrauer AB Inbev greift angesichts seines Schuldenbergs zu einem drastischen Schritt: Für das laufende Jahr kappt der Konzern seine Dividende. Höchste Priorität habe neben organischem Wachstum und der Stärkung der Marken der Abbau der Schulden, teilte der Konzern am Donnerstag im niederländischen Leuven mit. Auf Platz drei folgten Übernahmen und erst an vierter Stelle die Ausschüttung an die Aktionäre.

Für die Anteilseigner soll es nun eine Zwischendividende von 0,80 Euro und eine Gesamtdividende von 1,80 Euro für das Geschäftsjahr geben. Das entspricht einer Halbierung zum Vorjahr. Die Schulden von AB Inbev summieren sich auf 109 Milliarden US-Dollar, nicht zuletzt durch die Übernahme des Rivalen SABMiller im Jahr 2016.

An der Börse sass der Schock tief. Nach Handelsbeginn ging es am Donnerstagmorgen um mehr als 7 Prozent nach unten. Der Bierbrauer zählte bislang im Getränke- und Lebensmittelsektor zu den grosszügigsten Dividendenzahlern. Überraschend kam der Schritt der Kappung für viele Analysten dennoch nicht. Bereits vor Veröffentlichung der Zahlen wurde darüber heftigst diskutiert. Denn für schuldengeplagte Konzerne wird es angesichts anziehender Zinsen in den USA teurer, sich Geld zu leihen.

Aus seiner Sicht sei die Dividendenhalbierung fundamental betrachtet gar nicht nötig gewesen, schrieb James Edwardes Jones von der Bank RBC Capital Markets in einer ersten Einschätzung. Weil die Diskussion derartig ausuferte, sei sie aber am Ende dennoch nicht mehr zu vermeiden gewesen. Schwerer wogen für den Experten die vorgelegten Quartalszahlen. Er könne sich an kein enttäuschenderes Zahlenwerk von AB Inbev erinnern, schrieb der Experte.

Im dritten Quartal verfehlte der Konzern die Erwartungen der Analysten zum Teil deutlich. Der Umsatz sank um knapp 10 Prozent auf 13,3 Milliarden US-Dollar. Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert, wuchs der Budweiser-Hersteller um 4,5 Prozent. Erwartet hatten Analysten im Schnitt ein Plus von 5,9 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gab um 6,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar nach. Unter dem Strich schmolz der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn von 2,6 Milliarden auf 1,6 Milliarden Dollar zusammen./she/bgf/fba

(AWP)