Deutsche Bundesbank schlägt neue Regeln für Hochfrequenzhandel vor

Frankfurt (awp/sda/reu) - Die Deutsche Bundesbank will den umstrittenen Hochfrequenzhandel stärker an die Leine nehmen. Nachteile langsamerer Börsenakteure könnten so zum Teil ausgeglichen werden, "ohne den technischen Fortschritt an den Handelsplätzen spürbar zu mindern", heisst es im aktuellen Monatsbericht der Notenbank, der am Montag veröffentlicht wurde.
24.10.2016 12:13

Automatisierte Handelssysteme, die bei ihren Orders Algorithmen folgen, gehören an den Finanzmärkten mittlerweile zum Alltag.

Fachleute warnen schon länger vor dem grossen Einfluss solcher Systeme. Denn bricht Panik an den Märkten aus, kann der Hochfrequenzhandel ausser Kontrolle geraten und Kursbewegungen noch weiter verstärken.

Die Bundesbank schlägt unter anderem vor, statt einem stetigen Handel eine Abfolge von Auktionen einzurichten. Handelsaufträge würden gebündelt und dann in kurzer Abfolge über eine Auktion ausgeführt. Der Geschwindigkeitsvorteil von Hochfrequenzhändlern soll so verringert werden.

Zudem könnte eine kleine Zeitverzögerung bei Ausführung der Aufträge aller Börsenakteure eingeführt werden. In den USA ist das bereits der Fall. Dort verzögert beispielsweise die elektronische Handelsplattform IEX seit dem Frühjahr den Aktienhandel an der Wall Street um 350 Mikrosekunden.

(AWP)