Devisen: Franken verstärkt sich eher moderat - Wohl Interventionen der SNB

Zürich (awp) - Der Schweizer Franken legt am Freitagmorgen gegenüber dem Euro deutlich zu. Allerdings notiert der EUR/CHF mittlerweile wieder deutlich über den bisherigen Tiefstwerten von etwa 7 Uhr früh, als der Kurs gegen die Marke von 1,06 CHF gefallen ist. Ökonomen halten es für wahrscheinlich, dass die Schwizerische Notenbank am Devisenmarkt aktiv ist.
24.06.2016 08:52

Gegen 8.30 Uhr notiert der Euro zum Franken bei 1,0770 CHF nachdem er einen Minimalkurs von 1,0623 erreicht hatte. Der US-Dollar legt dagegen zum Franken zu und erreicht einen Wert von 0,9748 CHF, während das britische Pfund auf 1,3300 CHF gehandelt wird.

Insgesamt sei der Franken allerdings nicht dermassen stark unter Aufwertungsdruck, wie man vielleicht hätte befürchten können, meint etwa VP Bank-Ökonom Thomas Gitzel auf Anfrage. Nicht nur gegenüber dem Franken, auch gegenüber dem US-Dollar hätte man vielleicht noch eine stärkere Reaktion erwarten können.

Auch CS-Experte Maxime Botteron glaubt, dass die SNB Liquidität im Devisenmarkt bereithält, um immer wieder punktuell zu intervenieren. Er verweist dabei auf die sehr eindeutigen Aussagen von SNB-Präsident Thomas Jordan an der SNB-Lagebeurteilung von vergangener Woche. Eine Art "geheimer Untergrenze" gebe es aber wohl nicht. Für den weiteren Verlauf an den Devisenmärkten werde aber wohl auch noch die Eröffnung der Aktienmärkte in Europa wichtig sein.

Weitere Massnahmen der SNB zur Schwächung des Frankens sehen die Experten für die nächste Zeit nicht. Dass sich der Franken schwächer aufgewertet habe als etwa der japanische Yen und andere "Safe haven"-Währungen sei nicht nur den allfälligen SNB-Interventionen zu verdanken, meint Ökonom David Kohl von der Bank Julius Bär. Das sei wohl acuh ein Erfolg der bisherigen Negativzinspolitik der Schweizer Nationalbank, welche den Franken im Vergleich zu anderen Währungen unattraktiver gemacht habe.

tp/hr

(AWP)