Französischer Staat gibt geliehene Alstom-Anteile zurück

Der französische Staat hat die ausgeliehenen Anteile am Bahntechnikkonzern Alstom zurückgegeben. Wie von der Regierung vor dem Hintergrund der geplanten Fusion von Alstom mit der Siemens -Bahnsparte angekündigt, habe der Staat seine Kaufoption für den 20-prozentigen Anteil nicht genutzt, teilte die staatliche Beteiligungsagentur am Mittwoch mit. Die Aktien seien am Dienstag an den Mischkonzern Bouygues zurückgegeben worden.
18.10.2017 11:14

Der Staat hatte seit dem vergangenen Jahr die Kontrolle über die Anteile und stellte auch zwei Vertreter im Verwaltungsrat von Alstom. Die Aktienleihe war vor dem Hintergrund des 2014 angekündigten Verkaufs des Alstom-Energiegeschäfts an den US-Konzern General Electric vereinbart worden. Die französische Regierung hatte dies damals zur Bedingung gemacht, um Einfluss auf die Neuausrichtung des Konzerns ausüben zu können.

Siemens und Alstom hatten ihre deutsch-französische Zug-Allianz Ende September besiegelt. Der Dax -Konzern verschmilzt seine Bahn-Sparte mit dem französischen Konkurrenten und wird künftig die Mehrheit an dem neuen Branchen-Schwergewicht halten.

Der Staat hätte die Möglichkeit gehabt, die Anteile an Alstom auf Dauer zu übernehmen und damit auch an dem neuen Bündnis beteiligt zu sein. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte allerdings Anfang Oktober in einer Parlamentsanhörung gesagt, dass die Zug-Ehe mit Siemens in diesem Fall nicht zustande gekommen wäre./sku/DP/jha

(AWP)