Gea-Aktie springt nach Einstieg von Investor Singer an

Auf den Maschinenbauer Gea könnten demnächst unruhigere Zeiten zukommen. Der aktivistische Investor Paul Singer hat seinen Anteil am MDax -Unternehmen auf etwas mehr als drei Prozent-ausgebaut, wie Gea am Dienstagabend mitteilte. Die Aktie sprang daraufhin am Mittwochvormittag an und liegt mit einem Plus von 6,7 Prozent an der Spitze des Index für mittelgrosse Werte.
11.10.2017 11:40

Gea, die Anlagen unter anderem für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie baut, ist derzeit angeschlagen. Nach einer erneuten Gewinnwarnung vor rund drei Monaten war der Kurs eingebrochen, was die Analysten von Kepler Cheuvreux damals zu der Bemerkung veranlasste, dass das Vertrauen in das Management "endgültig zerstört" sei. Denn Gea hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres seine Ziele kappen müssen.

Singer sehe die Möglichkeit, Margen zu verbessern, sagten mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Investor habe daher in den vergangenen Monaten seinen Anteil an Gea Schritt für Schritt aufgestockt. Sein Fonds Elliott werde das Gespräch mit dem Management suchen. Auf seiner Agenda stünden auch Punkte wie das Zusammenlegen von Produktionsstätten und Kosteneinsparungen. Zudem dränge er auf einen Rückkauf eigener Aktien durch das Unternehmen.

Die Investmentbanken Hauck & Aufhäuser und Deutsche Bank erhöhten ihre Ziele für Gea. Aus Sicht der Deutschen Bank ist das Investment von Singer "das Signal, auf das viele Anleger gewartet" hätten. Gea habe zuletzt an allen Ecken und Enden Probleme gehabt und viel an Glaubwürdigkeit verloren, erläuterte Analystin Felicitas Bismarck. Dies habe nach massiven Kursverlusten auch Spekulanten angelockt, die auf eine Wiederentdeckung des "gefallenen Engels" setzten. Hauck & Aufhäuser verwies darauf, dass zuvor schon der Investor Albert Frere eingestiegen war. Die Aktivisten rückten näher, so Analyst Henning Breiter.

Investor Singer ist bekannt für seine Einmischung ins Geschäft der Unternehmen, an denen er beteiligt ist. Er hatte in der jüngsten Vergangenheit mit seinem Hedgefonds Elliott vermehrt Anteile an europäischen Unternehmen erworben, wie etwa einen Anteil an Stada und der niederländischen Akzo Nobel . Beide Unternehmen standen vor einer Übernahme.

Stada wurde von den beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven erst jüngst übernommen. Akzo Nobel hingegen konnte sich gegen eine Akquisition durch den US-Konkurrenten PPG Industries erfolgreich wehren, obwohl Singer auf diese gedrängt hatte.

Neben Gea hat der Investor auch Anteile an dem britischen Medizinproduktehersteller Smith & Nephew erworben, wie gleichzeitig bekannt wurde. Dieser steht vor einem Managementwechsel und gilt als potenzielles Übernahmeziel./nas/men/jha/

(AWP)