Hohe Kosten drücken auf BASF-Gewinn - Aktie gibt nach

26.10.2018 09:23

LUDWIGSHAFEN (awp international) - Integrations- und Umbaukosten haben beim Chemiekonzern BASF im dritten Quartal die Ergebnisse stark belastet. Zudem fielen höhere Fixkosten etwa für die Instandhaltung von Anlagen sowie deutlich gestiegene Ausgaben für Rohstoffe an. Auch der niedrige Wasserstand des Rheins hinterliess Spuren. "Über das gesamte dritte Quartal hat uns dies zu schaffen gemacht und zu Produktionseinschränkungen und höheren Transportkosten geführt", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller laut einer Mitteilung am Freitag.

Im dritten Quartal sank der auf die Aktionäre entfallende Gewinn im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie das Dax -Unternehmen in Ludwigshafen mitteilte. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet. Der Kurs der BASF-Aktie gab im frühen Handel um 1,9 Prozent nach. Händler stellten in ersten Reaktionen auf die Resultate vor allem auf das sehr schwach gelaufene Kerngeschäft des Ludwigshafener Chemieriesen ab.

Derzeit ist bei BASF viel in Bewegung. Die Ludwigshafener übernahmen vom Rivalen Bayer Pflanzenschutzmittel, Saatgut-Arten und das Digital-Farming-Geschäft für insgesamt 7,6 Milliarden Euro. Die Leverkusener mussten diese im Zuge der Mega-Übernahme von Monsanto abgeben. Weiter will BASF seine Öl- und Gastochter Wintershall mit der früheren RWE-Sparte Dea verschmelzen und später an die Börse bringen. Aufgrund des geplanten Zusammenschlusses wird bei BASF das Öl- und Gasgeschäft nicht mehr voll konsolidiert. Infolge dessen passte das Unternehmen Ende September bereits die Jahresziele für 2018 an.

"Die Herausforderungen im makroökonomischen Umfeld nehmen zu", warnte Brudermüller. "Das lässt sich auch an unseren Ergebnissen dieses dritten Quartals 2018 ablesen." Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging von Juli bis September um 14 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro zurück. Der Gewinnrückgang schliesst keine Sparte aus, die bei BASF verbleibt.

Alleine bei den Basischemikalien sank das Ergebnis um fast ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Hier machte sich unter anderem der deutlich höhere Ölpreis bemerkbar, der bei Petrochemikalien auf die Margen drückt. Im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut rutschte BASF aufgrund der übernommenen Bayer-Geschäfte leicht in die Verlustzone.

Der Konzernumsatz erhöhte sich aufgrund der zugekauften Bayer-Geschäfte um acht Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Zudem profitierte das Unternehmen von höheren Verkaufspreisen sowie gestiegenen Mengen. Gegenwind gab es erneut von der Währungsseite, der Euro zehrte einen kleinen Teil des Zuwachses auf.

Seine wegen des Dea-Deals bereits Ende September angepassten Jahresziele bestätigte BASF. So soll das um Sondereinflüsse bereinigte Ebit leicht unter dem Vorjahreswert von 7,6 Milliarden Euro liegen. Die Sonderfaktoren nicht herausgerechnet, erwartet BASF einen deutlichen Ebit-Rückgang. Der Umsatz soll die 61,2 Milliarden Euro von 2017 leicht übertreffen. /mne/she/fba

(AWP)