Korr: Aktien Frankfurt Schluss: Auf hohem Niveau kaum bewegt

(Im 4. Absatz letzter Satz wurde ein Formulierungsfehler berichtigt: auf mehr als 10 Prozent verdoppelt) - Der Dax hat sich am Donnerstag auf hohem Niveau stabil gehalten. Insgesamt gab es extrem wenig Bewegung. Kurz kletterte der deutsche Leitindex zwar mit 12 082 Punkten auf den höchsten Stand seit April 2015, seinem Rekordhoch bei 12 390 Punkten kam er letztlich aber doch nicht näher.
02.03.2017 18:17

Mit einem kleinen Abschlag von 0,06 Prozent auf 12 059,57 Punkten beendete der Dax den Tag. Der MDax sank um 0,10 Prozent auf 23 580,30 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es dagegen um 0,19 Prozent auf 1929,62 Punkte nach oben. Europaweit sah es ähnlich aus: Der Pariser Cac 40 und der britische FTSE 100 schlossen fast unverändert. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich mit mit minus 0,16 Prozent auf 3384,71 Punkte ebenfalls kaum vom Fleck.

ADIDAS MIT REKORDHOCH

Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets sprach von einem "Durchatmen". Die Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks weckten die Hoffnung, dass die Fakten jetzt langsam die hohen Aktienbewertungen rechtfertigten, nachdem sie zuvor weit vorausgeeilt seien. Nur so sei es auch erklärbar, warum die wohl bevorstehende nächste Leitzinserhöhung in den USA den Anlegern keine grösseren Sorgen bereite. In das positive Bild passte, dass in den USA die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gefallen war.

Die Adidas-Papiere setzten sich ab dem Nachmittag an die Dax-Spitze und erreichten bei 163,75 Euro ein Rekordhoch. Händler Ludwig Donnert von Orca Capital verwies darauf, dass der Sportartikelhersteller laut dem Marktforscher NPD seinen Marktanteil im US-Sportschuh-Markt im Januar auf mehr als 10 Prozent verdoppeln konnte.

DEUTSCHE TELEKOM ENTTÄUSCHT MIT IHREM AUSBLICK

Ansonsten ging die Berichtssaison der Unternehmen in eine neue Runde. Die Aktien der Deutschen Telekom etwa gaben als einer der schwächsten Werte im Dax nach dem vorgelegten Jahresbericht um 1,18 Prozent nach. Während die Zahlen selbst insgesamt als "solide" bezeichnet wurden, bemängelten Experten vor allem den vagen Umsatzausblick.

Um 10,69 Prozent brachen die Papiere von GFT Technologies ein. Damit waren sie das klare Schlusslicht im TecDax. Der auf die Finanzbranche spezialisierte IT-Dienstleister dämpfte die Erwartungen des Marktes an das Jahr 2017. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr die Unsicherheit durch den geplanten Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union zu spüren bekommen. Diese dürfte auch vorerst noch weiter andauern.

KRONES UND KION AN DER MDAX-SPITZE

Zudem meldeten sich einige Unternehmen aus dem MDax zu Wort. Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones etwa will nach zuletzt deutlichen Zuwächsen in seinem Geschäft das Tempo weiter hoch halten. Für die Anteilscheine ging es an der Index-Spitze um 4,48 Prozent hoch.

Der Gabelstaplerhersteller Kion peilt 2017 dank einer Übernahme starkes Wachstum und eine höhere Profitabilität an. Die Aktien gewannen als zweitstärkster Wert im Index der mittelgrossen Werte 2,73 Prozent. Beim Spezialchemiekonzern Evonik hatte im vergangenen Jahr der Preisdruck durchgeschlagen, allerdings strahlte das Unternehmen für 2017 Zuversicht aus. Die Papiere gaben um 0,34 Prozent nach.

EUROKURS WEITER UNTER DRUCK

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,00 Prozent am Vortag auf 0,04 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 142,79 Punkte. Der richtungweisende Bund-Future gab um 0,30 Prozent auf 164,51 Punkte nach. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am späteren Nachmittag auf 1,0514 (Mittwoch: 1,0533) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9511 (0,9494) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)