Kreise: US-Börsenaufsicht prüft Bilanzen von ExxonMobil

NEW YORK (awp international) - Nach der New Yorker Staatsanwaltschaft untersucht nun offenbar auch die US-Börsenaufsicht SEC die Buchhaltung des Ölriesen ExxonMobil . Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf eine eingeweihte Person. Zuvor hatte bereits das "Wall Street Journal" (Mittwoch) unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, dass die Regulierer im August wegen Zweifeln an der Bewertung von Bilanzposten Unterlagen beim Konzern und seiner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers angefordert hätten.
20.09.2016 21:52

Es gehe darum, ob Exxon ausreichend Wertanpassungen im Zuge des Ölpreisverfalls vorgenommen habe, schrieb das Blatt. Zudem wollten die Aufseher wissen, ob der Konzern sich bei seiner Bilanzierung angemessen auf eine strengere Regulierung wegen Risiken durch den Klimawandel einstelle. Erst am Freitag hatte die Zeitung berichtet, dass der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman Exxons Bilanzen überprüfe. Ihn interessiere, warum trotz der niedrigen Ölpreise keine Abschreibungen vorgenommen worden seien.

Die Preise für Rohöl sind seit 2014 massiv gesunken, weil sich grosse Förderer einen Kampf um Marktanteile liefern, was zu einem weltweiten Überangebot geführt hat. Viele Ölkonzerne haben mit hohen Wertberichtigungen auf den Preisrutsch reagiert. Ein Exxon-Sprecher erklärte auf Nachfrage, man halte sich an die Buchhaltungsregeln der SEC.

Staatsanwalt Schneiderman ermittelt bereits wegen angeblicher Finanzierung irreführender Studien zum Klimawandel gegen Exxon. Der Ölkonzern steht im Verdacht, die Öffentlichkeit und Anleger über Jahrzehnte hinweg gezielt über die Folgen und Risiken getäuscht zu haben. Exxon streitet die Vorwürfe ab und sieht sich als Opfer einer "Verschwörung" von Stiftungen, Forschern und Medien./hbr/jha

(AWP)