Kurioser Treibstoffstreit zwischen Tschechien und Deutschland beendet

PILSEN (awp international) - Ein monatelanges Tauziehen auf höchster Ebene um in Bayern eingelagerte tschechische Treibstoff-Notreserven ist zu Ende. Hochrangige Vertreter des Nachbarlandes nahmen am Freitag in der Nähe von Pilsen den ersten Tankzug mit Diesel aus dem oberbayerischen Krailling unweit von München in Empfang. Der Zug brachte 980 Tonnen Diesel zurück.
14.10.2016 13:00

Im Tanklager Krailling hatte Tschechien Treibstoff im Wert von umgerechnet rund 44 Millionen Euro eingelagert. Die Probleme entstanden, als die Betreiberfirma Viktoriagruppe Zahlungsunfähigkeit anmeldete. Damit war der Zugang zu den Notvorräten für Tschechien zwei Jahre lang blockiert.

Insgesamt sollen noch rund 70 Tankzüge von Bayern nach Tschechien rollen. Die Kosten des Transports werden auf 2,2 Millionen Euro geschätzt. Bis heute ist nicht klar, wer hinter der Viktoriagruppe stand, die das Tanklager im Jahr 2009 gekauft hatte. Tschechische Medien spekulieren über eine Verbindung nach Russland./hei/DP/jha

(AWP)