Niederlande wollen Mehrheitsbeteiligung an ABN Amro weiter verringern

Die Niederlanden wollen mehr als acht Jahre nach der Verstaatlichung der Bank ABN Amro ihre Beteiligung weiter versilbern. Es sollen bis zu 65 Millionen Aktien oder rund 7 Prozent der Anteile veräussert werden, wie die für die Verwaltung der Staatsbeteiligung zuständige Gesellschaft NLFI am späten Dienstagnachmittag mitteilte. Der staatliche Anteil würde dadurch auf rund 63 Prozent sinken.
27.06.2017 18:23

Auf Basis des letzten Kurses würde der Verkauf rund 1,5 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Allerdings sind bei derartigen Platzierungen Abschläge nicht unüblich. Zuletzt war ABN Amro an der Börse fast 22 Milliarden Euro wert und damit deutlich mehr als etwa die Commerzbank . Die Deutsche Bank bringt es nach der Kurserholung der vergangenen Monate aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 32 Milliarden Euro.

Der Staat hatte die ABN Amro 2008 im Zuge der Finanzkrise für 17 Milliarden Euro aufgekauft und weitere fünf Milliarden in deren Sanierung gesteckt. Die Bank konzentriert sich inzwischen grösstenteils auf den Heimatmarkt. Der Börsengang hatte den Niederlanden Ende 2015 rund 3,3 Milliarden Euro in die Staatskasse gespült. Zuletzt hatte sich der Staat im November 2016 ebenfalls von einer rund siebenprozentigen Beteiligung getrennt./mis/jha/

(AWP)