Nordkoreas Raketentest treibt Anleger aus Aktien und in Gold

(Ausführliche Fassung) - Der Flug einer nordkoreanischen Rakete über Japan hinweg hat die Anleger am Dienstag spürbar verunsichert. Die Kurse an den asiatischen Aktienmärkten fielen, wenngleich sich die Lage im späten Handel deutlich entspannte. Auch an Europas Börsen deuteten sich Verluste an. Anleger schichteten ihr Geld in als sicher geltende Häfen wie Gold oder dem japanischen Yen um. Der Ölpreis zeigte sich unauffällig.
29.08.2017 08:04

Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas eine Rakete über das benachbarte Japan hinweg geschossen. Nach Berichten des japanischen Senders NHK gingen Teile der Rakete im Pazifik etwa 1180 Kilometer östlich der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido nieder. Japan habe jedoch keine Abwehrrakete gestartet, hiess es unter Berufung auf das Militär. Damit hat der Konflikt um Nordkorea eine neue Eskalationsstufe erreicht.

SÜDKOREAS BÖRSE LEIDET

Die asiatischen Börsen gaben fast durch die Bank nach. Am höchsten war das Minus in Südkorea: Der Index Kospi verlor am Morgen zeitweise 1,6 Prozent an Wert, konnte seine Verluste bis zum späten Handel aber halbieren.

In Japan sank der Nikkei 225 zuletzt um 0,57 Prozent auf 19 339,23 Punkte. Als Belastung erwies sich auch der Yen, der am Morgen merklich zulegte, was wiederum den japanischen Export erschwert. Der Yen gilt in Krisenzeiten als gefragt. Im gesamten August gab der Nikkei damit bisher rund 3 Prozent nach und steuert auf den höchsten Monatsverlust seit Juni 2016 zu.

Der chinesische Aktienmarkt zeigte sich derweil weitgehend unbeeindruckt vom Raketentest. Während die Kurse in Hongkong noch etwas mehr nachgaben, verlor der chinesische CSI 300 , in dem die wichtigsten Werte des Festlands gelistet sind, gerade mal 0,2 Prozent an Wert.

AUCH DAX DÜRFTE VERLIEREN

Auch in Europa deuteten sich Abschläge an: Der Broker IG taxierte den Dax rund zwei Stunden vor dem Start ein halbes Prozent tiefer auf 12 063 Punkte.

Dagegen stieg die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) am Dienstag in Singapur auf den höchsten Stand seit November 2016. Zwischenzeitlich erreichte der Preis nach Bloomberg-Daten 1322,41 US-Dollar und lag zuletzt nur leicht darunter. Ein australischer Analyst rechnete aber damit, dass der Kurs wieder etwas nachgibt, wenn die politische Lage nicht weiter eskaliert.

GOLD ENTWICKELT SICH BESSER ALS AKTIEN

Seit Monatsanfang hat die Feinunze nun rund 4 Prozent an Wert zugelegt; seit Jahresbeginn beträgt das Plus gut 15 Prozent. Marktbeobachter begründeten den deutlichen Zuwachs neben der Nordkorea-Krise mit der gestiegenen Unsicherheit unter den Anlegern nach zahlreichen Terroranschlägen in Europa und dem politischen Hickhack in den USA.

Wie gut sich der Goldpreis entwickelt hat, zeigt sich insbesondere im Vergleich mit den Aktienmärkten: Das Wall-Street-Barometer Dow Jones Industrial stieg seit Jahresbeginn um gut 10 Prozent, der deutsche Leitindex Dax um annähernd 6 Prozent, sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 schaffte 4 Prozent und der Nikkei 225 rückte gerade mal 1 Prozent vor./das/zb/stb

(AWP)