Ölpreise bauen Verluste aus - Talfahrt geht weiter

Die Ölpreise sind am Montag gesunken. Bis zum Mittag bauten sie die Verluste aus dem frühen Handel weiter aus und knüpften an die starken Verluste der Vorwoche an. In der vergangenen Nacht war der Preis für US-Öl zeitweise bis auf 38,55 US-Dollar für ein Barrel gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Ende Juni.
07.09.2020 13:20

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 42,01 US-Dollar. Das waren 65 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) konnte sich nach dem Tief in der Nacht wieder etwas erholen und kostete zuletzt 39,12 Dollar, im Vergleich zu Freitag immer noch ein Preisrückgang um 65 Cent.

Marktbeobachter verwiesen darauf, dass mit Saudi-Arabien einer der wichtigsten Ölförderer den Preis für Rohöl mit Lieferung im Oktober gesenkt habe. Die neuen Preise für saudisches Öl "wird als Zeichen einer Nachfrageschwäche interpretiert", sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Einen weiteren Hinweis auf eine schwächere Nachfrage am Ölmarkt erkannte Weinberg in jüngsten Importdaten aus China. Er bezog sich auf Angaben der chinesischen Zollbehörden, wonach die Ölimporte in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt im August auf 11,2 Millionen Barrel pro Tag gesunken seien und den tiefsten Stand seit April erreicht hätten.

Dagegen konnte sich die Entwicklung der aktiven Bohrlöcher in den USA weiter stabilisieren. Am Freitagabend hatte die Ausrüsterfirma Baker Hughes gemeldet, dass die Zahl der amerikanischen Bohranlagen in der vergangenen Woche leicht auf 181 gestiegen sei, nach 180 in der Woche zuvor. Mitte August war die Zahl der aktiven Bohrlöcher zeitweise bis auf 172 gefallen./jkr/jsl/stk

(AWP)