Ölpreise bleiben nach Opec-Hängepartie unter Druck

Die Ölpreise haben am Freitag weiter unter Druck gestanden, nachdem sich das Ölkartell Opec am Donnerstag nicht auf eine Förderkürzung hat einigen können. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Freitagmorgen 59,49 US-Dollar. Das waren 57 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 45 Cent auf 51,04 Dollar.
07.12.2018 08:08

Am Donnerstag hatten sich die Vertreter der Opec-Länder nicht auf eine Kürzung ihrer Produktion verständigen können. Dem Vernehmen nach steht und fällt das gemeinsam Vorhaben mit einer Beteiligung Russlands. Das Nicht-Opec-Mitglied gehört dem Verbund "Opec+" an, der die Opec-Länder und mit ihm verbündete Staaten umfasst. Am heutigen Freitag gehen die Beratungen in eine neue Runde.

Russland scheint grundsätzlich nichts gegen eine geringere Rohölförderung zu haben. Allerdings ist das Land offenbar nicht bereit, seine Produktion in dem von der Opec gewünschten Ausmass herunterzufahren. Hintergrund der Debatte ist der Preiseinbruch am Rohölmarkt, der seit Anfang Oktober 30 Prozent beträgt.

Der Disput verdeutlicht auch die Machtverhältnisse am Ölmarkt, die sich in den vergangenen Jahren stark verändert haben. Währen die Opec und ihr mächtigstes Mitglied Saudi-Arabien an Macht eingebüsst haben, haben die anderen beiden Förder-Riesen USA und Russland an Macht gewonnen. Das zeigt sich auch daran, dass die USA nach Zahlen vom Donnerstag in der vergangenen Woche erstmals seit einem dreiviertel Jahrhundert mehr Öl ausgeführt als eingeführt haben./bgf/stw

(AWP)