Ölpreise bleiben unter Druck

Die Ölpreise sind am Mittwoch nach der Talfahrt der vergangenen Handelstage weiter gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am frühen Abend 45,75 Dollar und damit 25 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 16 Cent auf 43,35 Dollar.
21.06.2017 18:21

Am Markt schwindet das Vertrauen, dass die Förderkürzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) das Überangebot an Rohöl eindämmen kann. Dies hatte die Ölpreise am Vortag jeweils unter das Niveau vor dem Opec-Beschluss im November fallen lassen. Der zuvor herrschende Optimismus am Ölmarkt sei verschwunden, meinte Eugen Weinberg, Experte bei der Commerzbank. Eine weitere Stimmungsverschlechterung könnte demnach den Brentölpreis in den kommenden Wochen sogar unter 45 Dollar drücken.

Die sogenannten "schwimmenden Ölvorräte" sind auf den höchsten Stand in diesem Jahr gestiegen. Damit sind beladene Tanker gemeint, die von Ölkonzernen als Lager auf dem Meer genutzt werden. Zudem haben Norwegen, Libyen und Nigeria zuletzt ihre Produktion ausgeweitet.

Auch deutlicher als erwartet gesunkene Ölreserven in den USA laut Zahlen vom Mittwoch konnten den Preisen in diesem Umfeld keinen Auftrieb geben und das, obwohl auch die Benzinbestände zurückgegangen waren die laut Experten zurzeit besonders im Marktfokus stehen. Allerdings war die US-Ölproduktion um 0,2 Prozent auf 9,35 Millionen Barrel pro Tag gestiegen.

Vorübergehend hatte die Ernennung eines neuen Kronprinzen in Saudi-Arabien am Mittwoch für etwas Auftrieb gesorgt, weil Händler sie als Zeichen eines künftig möglicherweise aggressiveren aussenpolitischen Auftretens des Landes verbunden mit weiterem Konfliktpotential im Nahen Osten sehen. Der Preisauftrieb hielt sich aber in Grenzen und blieb nicht nachhaltig./tos/jsl/he

(AWP)