Ölpreise drehen ins Minus - Brent zeitweise auf Zweijahreshoch

Nach anfänglichen erneuten Kursgewinnen haben die Ölpreise am Dienstag ins Minus gedreht. Der Preis für ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent hatte zwischenzeitlich mit 64,65 US-Dollar den höchsten Stand seit Juli 2015 erreicht. Bis zum späten Nachmittag fiel der Preis wieder bis auf 63,76 Dollar. Das waren 51 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 27 Cent auf 57,09 Dollar.
07.11.2017 18:26

Für Preisauftrieb hatten zuletzt Sorgen um die Stabilität Saudi-Arabiens gesorgt. Auslöser war eine Verhaftungswelle, von der zahlreiche Politiker und Mitglieder der herrschenden Saud-Familie betroffen waren. Während Saudi-Arabien die Aktion als Korruptionsbekämpfung bezeichnete, erkannten politische Beobachter auch einen Machtkampf ausgehend von Kronprinz Mohammed bin Salman. Saudi-Arabien ist eines der ölreichsten Länder der Welt und Kopf des Ölkartells Opec.

Eugen Weinberg, Experte bei der Commerzbank, sieht die Preisentwicklung auch durch spekulative Geschäfte an den Finanzmärkten verstärkt. Das Korrekturpotenzial sei somit zwar beträchtlich. Die aktuelle Nachrichtenlage spreche aber gegen einen kurzfristigen Preisrückgang.

Für wenig Bewegung sorgten die Prognosen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Der Bedarf an Rohöl wird nach Einschätzung des Ölkartells noch rund 25 Jahre lang steigen. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass sich die Zahl der weltweit zugelassenen Autos bis 2040 auf rund zwei Milliarden fast verdoppeln werde./jsl/he

(AWP)