Ölpreise fallen - Verzögerte Reaktion auf Trumps Klimaschutz-Ausstieg

Der angekündigte Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat mit einiger Verzögerung zu deutlichen Verlusten am Ölmarkt geführt. Nachdem sich die Ölpreise am Freitag im frühen Handel noch unbeeindruckt gezeigt hatten, fielen sie am Vormittag deutlich. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 49,29 US-Dollar. Das waren 1,34 Dollar weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli fiel um 1,07 Dollar auf 47,27 Dollar.
02.06.2017 13:11

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag den Ausstieg der weltgrössten Volkswirtschaft aus dem Pariser Abkommen bekanntgegeben und dies damit begründet, US-Interessen an die erste Stelle zu setzen. Man wolle nun sofort mit Verhandlungen für ein besseres Abkommen beginnen, sagte Trump. Die Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Italiens zeigten sich entschlossen, das historische Abkommen dennoch ohne Neuverhandlungen weiter umsetzen zu wollen.

Für Ölfirmen sei die Nachricht zwar tendenziell vorteilhaft, hiess es zunächst aus dem Handel, nachdem sich die Preise am Morgen nur wenig bewegt hatten. Allerdings spielten am Ölmarkt multilaterale Abkommen eine geringere Rolle als Fundamentaldaten - wie beispielsweise Rohöllagerbestände - und Entscheidungen einzelner Regierungen.

Aber am Vormittag ging es dann doch noch deutlich bergab. Wegen Trumps Klimaschutz-Rückzugs bestehe die Erwartung, dass die US-Ölproduktion noch stärker steigen werde, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Aufgrund jüngster Anzeichen für ein sinkendes Angebot bei steigender Nachfrage hält Weinberg den aktuellen Preisrückgang aber für übertrieben./tos/jkr/jha/

(AWP)