Ölpreise geben deutlich nach

Die Ölpreise haben am Mittwoch an ihre jüngsten Kursverluste angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 64,08 US-Dollar. Das waren 41 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 34 Cent auf 57,88 Dollar.
15.01.2020 18:26

Unter Druck gerieten die Ölpreise nach der Veröffentlichung der Lagerdaten aus den USA. Die Rohöllagerbestände waren zwar überraschend gefallen. Die Bestände an Benzin und Destillaten hatten hingegen sehr stark zugelegt. Zudem war die Rohölproduktion auf einen Rekordstand geklettert.

Nach wie vor werden die Ölpreise gedämpft durch das etwas weniger angespannte Verhältnis der USA zum Iran. Die Risikoaufschläge am Rohölmarkt sind in der Folge etwas gesunken. Zurzeit notieren die Rohölpreise in der Nähe einmonatiger Tiefstände.

Im Blick der Rohölmärkte steht die Lage in Libyen. Hoffnungen auf eine Annäherung der dortigen Konfliktparteien haben sich vorerst zerschlagen. Für dieses Wochenende hat die Bundesregierung zu einem Gipfel nach Berlin eingeladen. Libyens Rohölproduktion war im Zuge des Bürgerkriegs eingebrochen, hat sich seither aber wieder erholt. Die Förderung liegt aber noch unter dem Vorkrisenniveau.

In den USA wollen die amerikanische Regierung und China ein erstes Abkommen zur Beilegung ihres Handelsstreits unterzeichnen. Der Handelsstreit hat den Ölmarkt lange Zeit erheblich belastet, weil er als grosses Konjunkturrisiko gilt. Entsprechend wurden die Aussichten für die Erdölnachfrage getrübt./jsl/he

(AWP)