Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise haben am Dienstag einen abermaligen Erholungsversuch abgebrochen und bis zum Abend weitere Verluste hinnehmen müssen. Händler sprachen von einer negativen Stimmung am Rohölmarkt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 51,49 US-Dollar. Das waren 21 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 41 Cent auf 49,03 Dollar.
25.04.2017 18:55

Stützende Nachrichten hätten derzeit kaum Einfluss auf die Ölpreise, beschrieben die Rohstoffexperten der Commerzbank die Lage am Ölmarkt. In einem Marktkommentar zählten sie einige Nachrichten auf, die eigentlich für steigende Ölnotierungen sprächen. "Wir führen den jüngsten Preisrückgang vor allem auf die Reaktion der Anleger zurück, denen die Bereinigung des Ölmarktes vom Überangebot und den überschüssigen Beständen nicht schnell genug geht."

Das Ölkartell Opec und andere grosse Produzenten laufen ihrem Ziel, die hohen Lagerbestände mit ihrer seit Jahresbeginn geltenden Förderkürzung zu reduzieren, nach wie vor hinterher. Immer noch liegen die Vorräte der Industrienationen weit über ihrem langjährigen Durchschnitt. Eine Verlängerung der Produktionskürzung scheint damit unvermeidlich zu sein. Allerdings ist bislang die Position des grossen Nicht-Opec-Mitglieds Russland unbekannt. Zudem steht die Opec vor einem Dilemma, weil sie mit einer geringeren Produktion Marktanteile an andere Förderer, etwa aus den USA, zu verlieren droht./bgf/he

(AWP)